Endlich Urlaub!

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Eine kritisch-launische Betrachtung des Umstandes!

 

Die Frage, ob "Auszeiten" in Form von Urlauben zu einer notwendigen Regeneration hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit notwendig sind, beschäftigt u.a. die Psychologie schon sehr lange. Befragt man die Menschen, dann bejahen die meisten diese Frage mit einem eindeutigen "JA". Betrachtet man die Sache mit ihnen dann ein wenig differenzierter, dann kommen allmählich berechtigte Zweifel auf.

Wie schaut die Urlaubsrealität konkret aus:

Planen und dabei allerlei Kompromisse eingehen (müssen), auf den Urlaub sparen (schmerzhaft täglicher kleiner Verzicht auf allerlei  Annehmlichkeiten), vorurlaubliche Einkäufe- und Packsessions, - dabei dreht sich die Erwartungsspirale heftig nach oben und alle Beteiligten sind sich jetzt einig und ganz sicher: "Das wird ein super Urlaub" - Ab- und Anreise; Flug-, Bahn- oder Autobahnstress, Einchecken, Konfrontation mit den Bedingungen vor Ort, erstes Orientieren …; Sie kennen das Prozedere, da ist es nicht sonderlich überraschend, wenn die erste Zeit der schönen Auszeit und die damit verbundene Laune nicht unbedingt auf ein Höchstlevel geklettert ist. Sind da dann auch noch Kinder, dann verschärft sich die Lage noch einmal um ein Vielfaches, den der Nachwuchs will selbstverständlich auch auf seine Kosten kommen und das meist zuerst.

 

Egal, ob in abgeschiedener Berg- oder Inseleinsamkeit, in dichtgedrängten Alkohol dünstenden Urlaubshotspots, im Zuge der Kultur- und Bildungsreise oder besonders angesagten "Dort muss man in jedem Fall gewesen sein, Orten", Ablauf und Dynamik sind im Grunde immer dasselbe. Dazu kommt noch - als wäre das nicht schon genug - , dass gar nicht so wenige Menschen dazu neigen, just am Beginn des heiß ersehnten Urlaubs mit Kopf- oder Muskelschmerzen sowie mit Infektionen und/oder Fieber zu reagieren, kurz sie werden von der berüchtigten „leisure sickness“ (Freizeitkrankheit) mehr oder weniger heimtückisch angefallen. Aber so ist das eben! Dann ist da endlich der Urlaub. (Wenig) Schlafen, in (in der Regel zu kleinen und besonders hellhörigen) Zimmern, (in Betten, bei denen man nicht weiß, wer da alles Mitbewohner/-in ist), (in der Regel viel zu viel) Essen (besser nicht daran denken woher es kommt und wie es zubereitet wurde), die Zeit mit Tätigkeiten und Aktivitäten herum bringen, die man im Alltag und bei vollem Verstand so nie tun würde. Sich mit Menschen (gewollt oder ungewollt; im Speziellen bei lieben Zimmer- oder Tischnachbarn/-innen) auseinandersetzen, denen man Zuhause im weiten Bogen aus dem Weg gehen würde. Und dann ist da noch der (tagsüber und/oder) allabendliche passive oder aktive Alkoholkonsum (man gönnt sich ja sonst nichts im Leben!).

 

Wussten Sie eigentlich, dass rund 20% der Männ- und Weiblein sich nach dem Urlaub trennt und bei rund vier Prozent sich nach neun Monaten Nachwuchs einstellt (die Zahl der Vaterschaftstest steigt in diesem Zeitraum ebenso)? Arztbesuche, Medikamenteneinnahmen und Krankschreibungen („Urlaubsverlängerungen“) nehmen nach dem Urlaub zu. Das Konto ist bei gar nicht wenigen heillos überzogen (bei Schuldenberater/-innen ist das regelhaft Thema), „...weil man halt ein bisserl die Übersicht verloren hat“ und am Ende, am dritten Tag nach dem grandiosen Traumurlaub, derselbe oder ein noch größerer Stresspegel wie vor dem Urlaub erreicht ist?

 

Das Sahnehäubchen aufgesetzt ist der Sache dann, wenn während der ferientlichen Abwesenheit das traute und sehnlich erwartete Heim; trotz aller und sündteurer Sicherheitsvorkehrungen, von „fremdem Besuch“ beehrt, um alles Nutz- und Wertvolle erleichtert und ein heilloses Durcheinander zurückgelassen hat.

 

Vielleicht lohnt es sich in diesem Urlaub darüber einmal nachzudenken, um für den nächsten Urlaub entsprechend vorzusorgen ;-)

 

© M.H.

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