Wohin geht die Reise?

 

Seit September 2013 beobachten wir den "Outdoormarkt" sehr genau und stellen fest, dass nach den enormen Hypejahren 2010 bis 2012 sich ab der Mitte des Jahres 2013 deutliche Hinweise dafür zeigen, dass sich der Outdoormarkt langsam wieder zu bereinigen beginnt. Die Branche ist sich im Stillen einig: Die fetten Jahre sind vorbei! Wer sich ein wenig aufmerksam in der Szene umhört, spürt die Skepsis hinsichtlich der Geschäftserwartungen für die kommenden Geschäftsjahre mehr als deutlich. Aber was sind die Gründe? Und was sind mögliche Lösungsansätze?

Die wichtigsten Quellen für unseren Marktscan und die nachfolgende Analyse waren:

  • persönliche Gespräche mit Schul-, Organisations-, und Betriebsverantwortlichen (ERGEBNIS: Nachfrage sinkt seit Mai 2013 deutlich! Hauptgründe: (a) Sättigung, (b) fehlende Qualität, (c) verringerte Budgets, (d) fehlende Nachhaltigkeit (e) fehlende Innovation und neue Produktangebote).
  • persönliche Gespräche mit Kundinnen und Kunden von Outdoorangeboten (ERGEBNIS: vermehrte Kritik bzgl. der Qualität der Angebote; in allen Bereichen (Aktivität, Umgang, Sicherheit, Leistung, Besonderheiten, etc. Dazu kommt, dass sich in einschlägigen Internetforen die Beschwerden und Unzufriedenheiten mehren)
  • Informationen von Kolleginnen und Kollegen über die Marktlage im regionalen Bereich (ERGEBNIS: (a) Eine deutliche Sättigung des regionalen Marktes hat eingesetzt und (b) die Zahl kritischer und anspruchsvoller Kunden/-innen sowie der (c) Konkurrenzdruck nimmt erheblich zu)
  • Neugründungszahlen bzw. nicht mehr existente Anbieter/-innen im Outdoorbereich (ERGEBNIS: (a) Gründungen lassen spürbar nach und zunehmend geben (b) mehr und mehr Anbieter/-innen auf)
  • Produktangebote und -palette im Outdoorbereich (ERGEBNIS: (a) Deutlich eingeschränkt und (b) in weiten Bereichen nur mehr auf bestimmte Bereiche und Angebote konzentriert. Zudem ist (c) eine Tendenz in den esoterischen und okkulten Bereich festzustellen)
  • Verkaufszahlen und Prognosen der Outdoorhersteller/-innen hinsichtlich unterschiedlicher Outdoorprodukte (ERGEBNIS: (a) ganz klar pessimistisch bis [in bestimmten Bereichen] (b) deutlich sinkend)
  • Buchungs- und Auslastungszahlen im Tourismusbereich (ERGEBNIS: (a) Nachfrage fehlt zunehmend und es ist eine (b) Konzentration auf die klassischen Ferienzeiten und Angebote im Rahmen von Gesamtpaketen festzustellen)
  • Einschlägige Stellenausschreibungen am Arbeitsmarkt (ERGEBNIS: (a) sinkend, (b) zudem mehren sich die Hinweise, das Aus-, Fort- und Weiterbildungsförderungen in diesem Bereich zunehmend schwieriger erlangt werden können)
  • Beobachtung des allgemeinen Werbemarktes hinsichtlich der Verwendung des Bereichs "Outdoor", "Natur" oder "Wildnis" u.ä. als Rahmen oder Sujet. (ERGEBNIS: Rückläufig mit der klaren Tendenz in Richtung Extremsport und Technik)
  • Dokumentationen und in Film und Fernsehen als indirekter Werbemotor für den Outdoorbereich (ERGEBNIS: Laufend sinkende Zuschauer/-innenzahlen und Einschaltquoten mit einer Verlagerung hin zu Katastrophen und Übernatürlichem)
  • Werbemaßnahmen der Outdooranbieter/-innen (ERGEBNIS: Massive Zunahme in allen Bereichen; bis hin zum Einsatz von aktivem Telefonmarketing)
  • Preisniveau der Outdoorangebote (ERGEBNIS: weiterhin sinkend, verstärkt tauchen auch sogenannte "Lock- und Gratisangebote" auf)
  • Preis-Leistungsverhältnis der Outdoorangebote (ERGEBNIS: deutlich mehr unbezahlte Zusatzangebote und inkludierte Leistungen bei gleichbleibenden und teilweise sogar sinkenden Grundpreisen)
  • Ausbildungstand und Personalschlüssel bei Outdoorangeboten (ERGEBNIS: zunehmend ungelerntes bzw. in Schnellverfahren ausgebildetes Personal.)

Soweit das Ergebnis und ein übersichtsmäßiger Ausschnitt unserer fünfmonatigen Recherche. Welche konkreten Konsequenzen daraus jede/r für sich ableitet, bleibt dem/der Einzelnen überlassen. Für uns ist jedoch eines sicher:

 

Im Markt halten und langfristig durchsetzen werden sich alle jene Anbieter/-innen und Angebote, die ein fachlich hochwertiges, auf die Bedürfnisse der Kunden/-innen abgestimmtes Angebot, mit einer klaren Fokussierung hinsichtlich der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit bei hoher Umsetzungsqualität bieten können.


MH/06.02.2014


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Gipfel erreicht, was bringt die Zukunft?
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