Gute Geschichten erzählen

Bildungspartner Storytelling
Storytelling

Zur Zeit als Schlagwort in aller Munde: „Storytelling“

 

Auch wenn es im Netz so klingt, Storytelling ist in Wahrheit nichts wirklich Neues. Ganz im Gegenteil, echte Kenner/innen der Materie wissen, dass sich schon um 350 Jahre vor Christus Aristoteles mit diesem Thema beschäftigt und die „Basis“ gelegt hat, auf der heute noch aufgebaut wird.

 

Gute Geschichten werden am besten immer dann eingesetzt, wenn anstelle von trockenen Faktenzusätzliche Inhalts-Objekte - die als Muster erkannt werden können - transportiert werden sollen. Orientieren sich diese Muster am bestehenden Erfahrungswissender Empfänger/innen, dann weckt das die notwendigen Assoziationen um die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wird diese zudem geschickt mit emotionalen Werten angereichert und ergänzt, dann ist der Weg frei, sodass die Empfänger/innen neben dem inhaltlichen Folgen auch emotional in die Geschichte eintauchen können. Niemand kann sich einem Inhalt entziehen, wenn die eigenen Gefühle involviert sind.

 

Bevor eine gute Geschichte geschrieben und eine Story erzählt werden kann, muss der/die Gestalter/in - wie jede/r Geschichtenerzähler/in - eine Reihe von Vorarbeiten leiten: Themen- bzw. Produktrecherche, Themenauswahl, Reduktion auf das Wesentliche, strukturieren und zusammenfassen usw. Steht der „Kern“ der Geschichte, dann sind die nachfolgenden sieben Elemente als Rahmen bei der Entwicklung der Geschichte äußerst hilfreich:

  1. Jede gute Geschichte hat ein; richtig, Problem! Was genau ist das Problem und worum geht es, das mit der Geschichte ganz konkret adressiert und gelöst werden soll? Das schwierigste in diesem Kontext ist das Thema soweit zu reduzieren, dass tatsächlich nur das wesentlichste zurückbleibt und der Sachverhalt in drei oder vier Sätzen verständlich und nachvollziehbar dargestellt und erklärt werden kann.
  2. Was bringt eine Geschichte, wenn es nicht auch eine Botschaft gäbe? Hier stellen Sie sich die Frage: „Welche Botschaft soll die Geschichte vermitteln?“ Handelt das geschilderte vom Problem selbst? Geht es um eine Person, eine Gruppe oder ein gesellschaftlich relevantes Thema? Sprechen Sie dabei grundsätzlich nicht darüber, was oder wie es die z.B. Person tut. Wesentlich spannender ist es, wenn Sie dafür das Warum nutzen. Was ist die Vision, die Mission, welche Ansichten oder Werte werden von der Person vertreten?
  3. Des weiteren muss Sie interessieren, wer oder was der/die Held/in in der Geschichte ist? Und diese/r Held/in kann alles sein, groß, klein, dick dünn, alt, weise, erfahren oder gänzlich frei von Wissen und Erfahrung. In jedem Fall muss der/die Held/in im Laufe der Geschichte eine Wandlung durchlaufen. Hier bieten sich zwei Richtungen an: vom/von der unscheinbaren Alltagsbürger/in zum/r Helden/in oder vom/von der Helden/in zum/r je durch unterschiedliche Umstände Geläuterten.
  4. Richtig spannend wird die Geschichte erst, wenn Emotionen, z.B. Furcht und Angst ins Spiel kommen. Jede Geschichte hat ein oder mehrere kleine Szenarien, die Konflikte thematisieren und es sind immer auch mehr oder weniger stark Ängste involviert. Dabei muss Sie die Frage beschäftigen, welche Emotionen; in diesem Kontext Ängste, angesprochen werden sollen und was der/die Erzähler/in der Geschichte (also Sie als Erzähler/in), zur Lösung (quasi als Problemlöser/in im Hintergrund) beiträgt.
  5. Überlegen Sie sich immer auch einen Ort für die Handlung: Wo genau spielt die Geschichte? Damit ist auf keinen Fall nur der geographische Ort gemeint, sondern der Handlungsort an sich z.B. „Im Büro des/der Chefs/in“, „Das Sitzungszimmer“, „In einer dunklen Seitengasse“ usw. Stattet man diesen Ort noch mit entsprechenden kleinen Attributen aus (mit Spinnweben verhangenes Büro des/der Chefs/in, ein mit Designermöbeln und allen erdenklichen Prunk ausgestattetes Sitzungszimmer, die mit Müll und faulenden Essensresten bedeckte Seitengasse, usw.) wird im Kopf der Zuhörenden eine die Geschichte tragende Kulisse aufgebaut.
  6. Eine gute Geschichte lebt auch davon, dass während des Erzählens immer wieder die Perspektive gewechselt wird. Perspektivenwechsel bringen Spannung. Schon der Wechsel von der Sicht des/der Helden/in zur Sicht einer beteiligten Person bereichert die Geschichte und bietet zusätzliche Assoziationsmöglichkeiten. Überlegen Sie bei der Vorbereitung, welche Perspektiven Sie in Ihrer Geschichte einbauen möchten.
  7. Alles hätte keinen echten Sinn, wenn es da nicht auch einen Fokus und ein Ziel gäbe. Es muss dem/der Erzähler/in klar sein, wo die Geschichte hin soll, was sie konkret anregen oder auslösen möchte. Ein uralter Trick ist es, das Ziel in einen Traum, eine Vision, eine vage Vorstellung der Protagonisten/innen von dem was irgendwann sein soll, verpackt. Dieser „Traum“ muss in der Geschichte so konkret gemacht werden, dass der/die Zuhörer/in sich damit identifizieren, mitträumen oder sogar -fiebern kann.

Hat man das alles mehr oder weniger erledigt, ist lange noch nicht Schluss! Eine Geschichte ist erst dann wirklich erzählfertig, wenn sie von den Zuhörern/innen verstanden und vor unterschiedlichem Publikum bestanden hat. Das ist wie mit einem neuen Seminarthema, auch das braucht ein paar Wiederholungen bis es am Ende richtig sitzt. Storytelling ist also keine Hexerei und der/die eine kann es oder nicht, sondern ein solides Handwerk bei dem es, wie bei jedem anderen Handwerk auch, die Fleißigen und die echten Künstler/innen gibt.

 

Zu verstehen wie man ganz genau zielgruppenorientiert Storys gestaltet und erzählt, dafür gibt es verschiedene und unterschiedliche Wege und Angebote, natürlich auch bei den Bildungspartnern Österreich. Sie sind neugierig auf mehr zu diesem Thema? Besuchen Sie uns auf der Webseite. Dieses Thema bearbeiten wir auch in unserem Lehrlings-business-fit-Training im Kontext Beratung und Verkauf.

 

Autor: Manfred Hofferer; Bildungspartner Österreich

 

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