Wie ist das eigentlich?

Bildungspartner Österreich, Beratung, Coaching, Training, Train the Trainer

Aha, wieso, warum, seit wann?

Die Reflexion z.B. des beruflichen Handelns, des Karrierewegs, oder der persönlichen Entwicklung wird immer wichtiger und immer mehr Anbieter/innen nehmen sich dieses Themas an. Nun stellt sich aber die Frage: "WER darf dazu eigentlich WAS anbieten bzw. durchführen?".


Betrachtet man die Anbieter/innenlandschaft, dann bekommt man rasch den Eindruck, als wissen viele nicht, dass es für die Berufsbilder Berater/in, Trainer/in, Coach/ess, Psychologen/innen und Unternehmensberater/in in Österreich im Grunde klare gesetzliche Regelungen gibt.


Wussten Sie, dass der Begriff Berater/in an die Berufsgruppen der Unternehmensberater, der Lebensberater oder auch der psychologischen Berater gebunden ist? D.h., diese Berufsbezeichnung kann im Geschäftsverkehr nur dann gewählt werden, wenn der/die Anbieter/in auch einer dieser Berufsgruppen angehört. Eine Ausnahme bilden dabei Psychologen/innen, die mit der  Zusatzausbildung zum/r klinischen oder Gesundheitspsychologen/in die Bezeichnung „Psychologische Beratung“ wählen dürfen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von anderen Beratungsberufen (Versicherungsberater/in, Vermögensberater/in, ) welche sowohl im Geltungsbereich der Gewerbeordnung wie auch im Rahmen anderer Berufsgesetze - wie das z.B. bei Steuerberater/innen gegeben ist - diese Berufsbezeichnung wählen dürfen.


Nicht selten besteht auch im Bereich der Trainer/innen Unklarheit hinsichtlich der Befugnisse. Zwar ist die Berufsbezeichnung "Trainer/in" in Österreich nicht geregelt und im Grunde kann sich jede/r - ob mit oder ohne Ausbildung - Trainer/in nennen, aber vieles darf einfach nicht angeboten werden. Der berühmte "Hacken" besteht darin, dass die Berufsbezeichnung selbst noch nichts darüber aussagt, welche Berufsberechtigungen für die vom/von der Trainer/in ausgeübten Tätigkeiten tatsächlich notwendig ist. Hier vier Beispiele:

  • Arbeitet ein/e Trainer/in z.B. im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung ist dafür - sofern nicht Psychologe/in mit Zusatzausbildung/en oder Psychotherapeut/in - die Gewerbeberechtigung zumindest als Lebens- und Sozialberater/in notwendig.
  • Arbeitet der/dieselbe Trainer/in im Bereich von "Burn Out", "Stalking" oder "Mobbing" und gibt dabei "Rechtsauskünfte" dann muss er/sie den "rechtsberatenden Berufen" - diese sind von der Gewerbeordnung ausgenommen - angehören (z.B. Rechts-, Patentanwalt/wältin, Richter/in, Wirtschaftstreuhändern/in, Notar/in etc.).
  • Arbeitet diese/r Trainer/in mit seinen/ihren Teilnehmenden an beruflichen Themen wie spezifische Unterstützung bei berufsrelevanten Themen, Karrierestrategien bzw. -entwicklung, so ist die Gewerbeberechtigung der Unternehmensberatung Voraussetzung.
  • Wenn der/die Trainer/in aufgrund eines bereits vorgegebenen Schulungskonzeptes allgemeine und fachliche Lehrinhalte vermittelt, wie z.B. ein Kommunikations- oder Bewerbungstraining oder Verkaufstechniken, Aufbau von Organisationsstrukturen, Instrumente der Mitarbeiterführung, u.ä., dann liegt eine Unterrichtstätigkeit vor und diese ist von der Gewerbeordnung ausgenommen.

Wer im Detail hinschaut merkt: Gar nicht so einfach! Als verantwortungs- und qualitätsbewusste/r Anbieter/in macht es hinsichtlich der Kunden/innen in jedem Fall Sinn, ganz genau zu überprüfen, ob das was angeboten wird, auch angeboten und durchgeführt werden darf.


Autor: Manfred Hofferer


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