Jugendliche lernen anders!

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Pubertät: Alles ist im radikalen Umbau!

Jugendliche sind keine Kinder mehr und auch noch keine Erwachsenen! Auf diesen Umstand muss beim Lernen eingegangen werden. Jugendliche zeigen und nutzen ein ganz eigenes Lernverhalten, welches sich in bestimmten Bereichen vom Lernen als Kind oder Erwachsener deutlich unterscheidet.

 

Warum ist das so? Jugendliche durchlaufen im Alter zwischen 10-12 bis hin zum 20. bis 25. Lebensjahr auf dem Weg zum Erwachsenwerden die Phase der Adoleszenz, in der sie sich von einem mehr oder weniger abhängigen Kind zu einem selbstständigen Erwachsenen entwickeln. Eine ganz normale und wichtige Entwicklung. Insgesamt eine aufregende aber auch für alle Betroffenen belastende Zeit.

 

Das Lernverhalten pubertierender Jugendlicher ist durch folgende Aspekte beeinflusst - die im Kindes- bzw. Erwachsenenalter nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle spielen – und diese können als primäre Ursache für ihr verändertes Lernverhalten angesehen werden:

  • hormonelle Umstellungen - der Hypothalamus wird aktiv und bildet Gonadotropine bzw. Testosterone

  • der neuronale Umbau im Gehirn - rund 40% der in der Kindheit aufgebauten Verbindungen werden aufgelöst (siehe Bild: links Kind - rechts Jugendliche/r) und damit verbunden

  • ein veränderter kognitiver und sozialer Entwicklungsverlauf - die eigene Rolle und soziale Position muss erst gefunden und erarbeitet werden - sowie

  • mitunter massive körperliche Veränderungen in kürzester Zeit

 

Die Folge ist, dass sich zumindest neun Problembereiche im Umgang mit Jugendlichen einstellen

  • Unsicherheit - nicht selten kompensiert durch ein eher aggressives Verhalten

  • mehr oder weniger ausgeprägte Sinnkrise mit Zielsuche

  • Stimmungslabilität bis hin zur Neigung zu Depression

  • Begehrlichkeiten und Widerstände wachsen

  • Anstrengungsvermeidung

  • fehlende oder fehlgeleitete Motivation

  • das Risikoverhalten nimmt eklatant in alle Richtungen zu

  • es zeigen sich deutliche Anpassungs- und Disziplinprobleme

  • durch die Hormonumstellung bedingt zeigt sich eine mangelnde und schwankende Aufmerksamkeit sowie fehlende Konzentration

Aber nicht alles in dieser Phase ist auch ein Nachteil. In der Umbildungs- und Entwicklungsphase zum/zur Erwachsenen gibt es auch eine ganze Reihe von positiven Auswirkungen. Derartige Vorteile, die für die Arbeit mit Jugendlichen genutzt werden können, sind:

  • phasenweise lernen Jugendliche besonders rasch, intensiv und mühelos, da sich deren Gehirn noch einmal in einer besonders plastischen Phase befindet

  • Jugendliche erleben, das was sie erleben sehr intensiv, was in der Folge die entsprechende psychische Befindlichkeit auch positiv beeinflussen kann

  • Jugendliche können in eine Sache unglaublich viel Energie investieren und in kürzester Zeit Bestleisungen erbringen

  • sie sind voll von Visionen und großen Zielen, was eine der besten Voraussetzungen für Entwicklung darstellt und

  • sie sind offen für allerlei - aus erwachsener Sicht mehr oder weniger naive, komische, eigentümliche, etc. - Versuche und Experimente

Somit ist klar, dass Jugendliche auf eine ganz besondere Art und Weise sich selbst und die Welt realisieren und dementsprechend auch ihr Lernverhalten sich von dem der Kinder bzw. Erwachsenen unterscheidet. Erst wenn Ausbildende verstehen und erkennen, wie Jugendliche lernen und warum sie anders lernen als das Kinder und Erwachsene tun, können sie ihre pädagogische Vermittlungsarbeit zielgruppengerecht planen und gestalten.

 

Gerne kommen wir zu Ihnen und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam das Thema. Ein entsprechendes Bildungsmodul für Lehrlinge steht bereits zur Verfügung

 

Autoren: Manfred Hofferer/Renate Fanninger

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogischer Leiter der Bildungspartner Österreich

Jahrgang 1968, studierte Psychologi an der Universität Wien, ist die administartive Leiterin der Bildungspartner Österreich.

 

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