Die liebe Not mit der Zeit

Zeit, Zeitmanagement, Lernen, Erwachsenenbildung

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Immer wieder klagen Seminarteilnehmende über Probleme mit der Zeit, wenn durch eine Ausbildung neue Lernzeiten zum ohnedies dicht verplanten Tagesablauf hinzukommen. Wenn von Lernzeit-Management die Rede ist, dann geht es im Kern immer um das Einhalten eines zuvor gefassten Plans, um Arbeit, Familienleben, Lernen, Freizeit und andere Aktivitäten bestmöglich unter einen Hut zu bringen.

Ein gutes (Lern-) Zeitmanagement beginnt, wenn Sie über folgende 4 Aspekte Bewusstsein haben:

  • Zeit als solches bewusst wahrnehmen können: Eine Stunde ist eine Stunde und in der kann sehr viel oder aber auch gar nichts geschehen.

  • Sehen können, wie und womit genau Zeit verbracht wird: Viele Menschen haben ein ganz schlechtes Bewusstsein darüber, womit Sie ihre Zeit verbrauchen.

  • Erkennen wann Zeit vergeudet wird: Nicht selten trifft es jeden und alles andere, wenn es darum geht, Gründe zu finden warum etwas nicht termingerecht erledigt werden konnte

  • Verstehen, wann Zeit produktiv genutzt wird: Jede/r hat so seine ganz individuellen Zeiten, in denen die Produktivität hinsichtlich des Lernens hoch ist. Das muss einfach einmal herausgefunden und bewusst gemacht werden.

 

Das möglichst genaue Wissen wie die zur Verfügung stehende Zeit konkret verwendet wird, ist der Schlüssel bei der gezielten Planung und Vorhersage der kommenden Zeit und deren Einteilung.

  • Erstellen Sie eine Liste der Tätigkeiten, die Sie umsetzen wollen/müssen. Notieren Sie,

    • was zuerst erledigt werden muss,

    • was delegiert werden kann, und

    • was auf eine späteren Zeitpunkt verschoben werden kann.

  • Ein Wochentimer, in dem für alle Erledigungen Zeiten reserviert sind, ist immer noch die wirkungsvollste und effektivste Form. Schreiben Sie alle Ihre bevorstehenden Aktivitätszeiten in chronologischer Reihenfolge auf und berücksichtigen Sie im Voraus, was Sie noch am selben und was Sie am nächsten Tag tun müssen/wollen/können/werden.

  • Aufbauend ergibt sich aus der Wochenplanung ganz organisch eine Langzeitplan. Benutzen Sie einen Monats- bzw. Jahresplaner, um alle Zeiten für Ihre Aktivitäten im voraus bestimmen zu können. Vergessen Sie dabei nicht, auch Ihre Freizeitplanung aufzunehmen.


Die Lernzeitplanung wird zudem umso effektiver, wenn Sie zusätzlich die nachfolgenden acht Aspekte ernst nehmen:

  • Lernen wird umso effektiver, je besser Sie darauf achten, dass Sie grundsätzlich über genügend Zeit für Schlaf, Regeneration, ausgewogene Ernährung und Ausgleichstätigkeiten reserviert haben

  • Um gezielt zu lernen ist es notwendig klare Prioritäten hinsichtlich der Lernzeiten zu setzen.

    Das Lernen braucht einen fixen Platz im Zeitmanagement und sollte nicht nebenbei, zwischendurch und wenn es sich hat einmal ausgeht, angesetzt sein.

  • Um nachhaltig zu lernen ist ein ruhiger, ablenkungsfreier und im Idealfall immer gleichen Arbeitsplatz notwendig.

  • Neu Gelerntes sollte möglichst unmittelbar wiederholt und vertieft werden. In den ersten 24 Stunden nach Erlernen eines neuen Lernstoffes vergisst der Mensch, wenn nicht wiederholt wird, am meisten.

  • Länger als 50 Minuten „en bloc“ sollten Sie nicht lernen. Auch mit lernen vollgestopfte Wochenenden und Feiertage sind nicht sinnvoll

  • Planen Sie immer auch ausreichend Übergangszeiten und „hetzen“ Sie nicht von einer zur nächsten Aktivität

  • So es irgend geht sollten Lernzeiten so geplant werden, dass sie noch in dem Bereich angesetzt werden können wo es noch Tageslicht gibt.

  • In jedem Fall ist es hilfreich einen Wochenrückblick zu führen, um zu erkennen, ob die Planung der Woche nicht zu idealistisch bzw. optimistisch gewesen ist und die kommende Woche - mit weniger Verschiebungen, Auslassungen, Abbrüchen u.ä. - realistischer gestaltet werden kann.

Klingt nach viel Aufwand ist es aber in Wahrheit nicht! Man muss sich nur einmal durchringen und danach konsequent genug sein, den gefassten Plan - ohne Sklave/in des Kalenders zu werden - umzusetzen. Sind die Vorteile erst einmal erkannt, geht es wie von selbst: Versprochen!


Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogischer Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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