Voll auf der Bremse

Motivation, Motivationsprobleme, Selbstmotivation, Motivationsstrategie

Mit Motivationsproblemen umgehen

Wer kennt es nicht, dieses mehr oder weniger scheußliche Gefühl: „Es steht eine Aufgabe an und man kann sich nicht und nicht dazu motivieren und durchringen an die Sache mit vollem Elan heranzugehen.“ Sie stehen wieder einmal voll auf Ihrer Motivationsbremse und nichts geht mehr!

 

Viel wird über Motivation und Motivationsstrategien geredet und geschrieben und das eine oder andere ist vielleicht auch wirklich hilfreich. Diese Strategien und Maßnahmen verhelfen zumindest zu einer kurzfristigen Verbesserung, lösen jedoch nicht ein ganz wichtiges Grundproblem. Immer wiederkehrenden Motivationsprobleme haben in der Regel eine ganz lange Geschichte und haben ihre Wurzeln schon in der frühen Kindheit. In diesen frühen Jahren wurden sie - durch fleißige Unterstützung der Bezugspersonen – erlernt, verinnerlicht und kultiviert. Sie gehören quasi mit zu Ihrer Grundausstattung als Individuum und beeinflussen - fast unbemerkt – noch heute Ihre Antriebe, Triebkräfte und Strebungen, also all das was mit Motivation in Verbindung steht.

Wer an seiner/ihrer Motivation arbeiten und diese verbessern möchte, sollte sich zumindest mit den drei wichtigsten Motivationshemmern auseinandersetzen:

  1. Negative Emotionen und Gefühle: Ja, diese können Ihre Motivation bremsen. Dabei ist es nicht nur Angst, Unsicherheit, Zweifel oder Ärger, sondern auch die Freude kann die Motivation zum erliegen bringen. Kann es sein, dass Sie für sich kultiviert haben, sich erst nach vollbrachter Leistung freuen zu dürfen? Oder sagt etwas in Ihnen das Sie Angst vor möglichen Fehlern, die Sie vielleicht machen könnten haben müssen, weil derartige Fehler in Ihrem Selbstverständnis nicht erlaubt sind? Und gibt es da eine leise Stimme die unaufhörlich über die 100% wispert und alles darunter nicht anerkennt und abwertet?
  2. Verhaltensweisen: Schieben Sie immer wieder einmal etwas auf und schaffen Sie es nicht - trotz aller möglicher Motivationsmaßnahmen - in die Gänge zu kommen? Betrachten Sie doch einmal die stillen und nicht vordergründigen inneren Widerstände, die Ihre Motivation plagen. Zum Beispiel die Reaktion auf Ihren Ärger: „Warum soll ich das tun wenn das doch auch andere könnten?“ Vielleicht gehört es bei Ihnen aber auch einfach dazu, dass neue Aufgaben oder etwas schwierigere Aufgaben vor sich her geschoben werden müssen. Vielleicht ist passives Verhalten einfach eine „automatische Reaktion“ auf An- und Herausforderungen, bei denen Sie sich nicht ganz sicher sind ob Sie diese auch schaffen können/werden/wollen. Vielleicht ist es aber auch nur der Umstand, dass der „Kick des Neuen“ fehlt und Sie sich schwer tun, sich auf die „einfachen Routinearbeiten“ einzulassen und mit ihnen entsprechend kreativ umzugehen?
  3. Denkmuster: In diesem Bereich geht es um negative Glaubenssätze und düstere innere Monologe. Die Ursache dafür kann einfach darin liegen, dass Sie mit sich selbst und Ihrer Leistung nicht zufrieden sind. Sie setzen sich selbst zurück oder herab oder/und Sie zweifeln an Ihren Kompetenzen. Dabei schwirren zarte aber mächtige Gedankenschleifen durch den Kopf und im Rauschen dieser Gedanken klingt es leise: „Das schaffe ich nicht“, „Das kann ich nicht“, „Dafür bin ich einfach zu blöd, zu inkompetent oder nicht geschaffen“, „Das hab ich noch nie gemacht“ und „Warum gelingt es mir nicht und alle anderen können das und erledigen es mit Leichtigkeit“ usw. Ein derartiges inneres Rauschen senkt nicht nur die Motivation, es bildet auch den Kern der Selbstentwertungstendenzen.

Die schlechte Nachricht: Diese Faktoren haben einen unglaublich mächtigen Einfluss auf die Motivation und beeinflussen und blockieren diese, wenn man sie gewähren lässt. Die gute Nachricht: Man kann rasch und einfach etwas daran ändern! Auch wenn viele Menschen glauben man könnte nur mit großem Aufwand etwas daran verändern ist es im Grunde ganz leicht:

  1. Emotionen zulassen: Ja, ich bin ängstlich, verunsichert, verärgert etc., aber heute bleibe ich nicht auf diesen Emotionen und Gefühlen sitzen und mache es bewusst ganz anders.
  2. Verhalten erkennen: Stimmt, normalerweise verhalte ich mich in solchen Situationen genau so (z.B. verschieben, aus dem Weg gehen oder vermeiden), aber heute nicht. Heute nehme ich einen anderen Weg!
  3. Sich selbst hören und NEIN sagen: Ja, es klingt und rauscht zwar deutlich negativ in meinem Kopf (Ich schaffe das nicht!) aber jetzt sage ich dazu laut und deutlich „Stopp und Nein“ und konzentriere mich gezielt auf das Gegenteil („Ich will und werde es schaffen!“)

Je öfter Sie mit diesen drei Interventionen „spielen und experimentieren“, umso schneller verlieren diese alten Motivationshemmer ihren Einfluss und ihre Macht. Probieren Sie es einfach einmal aus!

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogischer Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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09

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