Hoch hinauf!

Hochseilgartentrainer, Hochseilgarten, Ausbildung

Wie schaut das aus und wer kann was?

Hinsichtlich der Ausbildung von und zum/r Hochseilgartentrainer/in bestehen nach wie vor relativ große Wissenslücken und das nicht nur bei Gästen, sondern auch bei an dieser Ausbildung Interessierten.

Hochseilgartentrainer/in ist nicht gleich Hochseilgartentrainer/in! Diese Feststellung lässt sich ganz einfach begründen, wenn man die einzelnen Typen von Hochseilgärten, Kletterwald, Waldseilgarten, Teamseilgarten. Naturhochseilgarten oder Waldseilpark (und wie kreativ auch immer diese Anlagen bezeichnet werden) genauer betrachtet. Im Grunde lassen sich (neben den Aspekten „in natürlichem Baumbestand“ oder „eigens errichteten künstlichen Anlagenlandschaften“) drei große Gruppen unterscheiden:

  1. Freizeitorientierte Hochseilgärten
  2. Pädagogisch orientierte Hochseilgärten
  3. Mobile Seilanlagen mit pädagogischem Anspruch

Die Anlagen des Typs 1 sind primär auf den individuellen Spaß und Fun ausgerichtet. Diese Anlagen sind in der Regel öffentlich zugänglich und dort können die Besucher/innen nach einer kurzen Unterweisung durch die Trainer/innen direkt und selbstverantwortlich in mehr oder weniger luftiger Höhe ihren Spaß haben und ihre Erfahrungen machen. Die Aufgaben der Trainer/innen erstrecken sich dabei neben der Betreuung der Gäste, hauptsächlich auf die Einweisung und Kontrolle der Gäste auf Wartung und Pflege des Material und der Anlage, die laufenden Parcourskontrolle und entsprechendes Eingreifen und Unterstützen bei möglichen Notsituationen.

 

Anlagen des Typs 2 (diese verfügen in der Regel über dieselben Elemente wie der Typus 1) haben aber in ihrer Verwendung einen ausgewiesenen pädagogischen Anspruch. Diese Anlagen sind in der Regel nicht öffentlich zugängig und stehen nicht selten auch in Verbindung mit Tagungshotels bzw. Seminarhäusern. Bei diesen Anlagen dienen die einzelnen Übungselemente und Übungsstrecken primär als pädagogische Lern- und/oder Veranschaulichungs- und Entwicklungsinstrumente um in - in der Regel von Auftraggebern/innen vorgegebenen - Bereichen (z.B. Arbeit im Team, Konflikt und Konfliktarbeit, Zeitmanagement, Projektentwicklung, Kommunikation, Abstimmung und Zusammenarbeit etc.) gezielt Erfahrungen zu sammeln, um diese, vermittels einer pädagogisch geleiteten Nachbearbeitung, zu für den Arbeitsalltag relevanten Erkenntnissen zu verarbeiten. Bei diesen Angeboten reichen die Qualifikationen der Trainer/innen des Typus 1 bei weitem nicht aus. Hier braucht es zusätzlich ausgewiesenes pädagogisches Wissen und Know how.

 

Der Typus 3 gilt als die „Königsdisziplin“ der Hochseilgärtnerei. Hier kommen notwendigerweise eine ganze Reihe von zusätzlichenspeziellen pädagogischen, psychologischen sowie Konstruktions-, Bau- und Sicherheitskompetenzen hinzu, über welche die Trainer/innen aus dem Eff-eff verfügen müssen, um derartige „Mobilen Anlagen“ (vom einfachen Low-V, Team Beam oder den Burma Steps im bodennahen Bereich bis hin zu vertikalen Kletterlabyrinthen, Riesenschaukeln und Flying Foxes) für bzw. in besonderen Fällen sogar gemeinsam mit den Teilnehmenden zu errichten und themenorientiert zu „bespielen“. Bei dieser Spielart steht der pädagogisch-psychologische Aspekt ganz zentral im Vordergrund und die errichteten bzw. gemeinsam zu errichtenden Anlagen dienen ausgewiesenermaßen als „Lern- und Entwicklungsprojekte“ um primär pädagogisch-, psychologisch und immer häufiger auch therapeutisch arbeiten zu können.

 

Hinweis: Selbstverständlich können Anlagen des Typus 2 und 3 auch ganz ohne pädagogischen Anspruch für z.B. Incentives oder Betriebsausflüge genutzt werden.

 

Was also im ersten Moment einfach wirkt ist bei genauer Betrachtung doch ein wenig komplexer und zeigt deutliche Unterschiede denen in den Ausbildungen nicht immer auch entsprechend Rechnung getragen wird. Unser Tipp: Erkundigen Sie sich - wenn Sie Gast sind, bei Ihrem nächsten Besuch einfach einmal über die Ausbildung der sie betreuenden Trainer/innen bzw. wenn Sie an eine Ausbildung denken, einfach über den genauen Inhalt, den Umfang und vor allem den Leuten, die diese anbieten.

 

Hier der Link zu unserer Ausbildung: Hochseilgartentrainer/innen Ausbildung


Gendersensible Formulierung „Gast“: Geschlechtsabstrakte Ausdrücke sind geschlechtsunspezifisch. Ihr grammatikalisches Geschlecht ist willkürlich und hat keinen Bezug zum natürlichen Geschlecht. Beispiele: der Gast, das Individuum, der Mensch, das Mitglied, die Person, die Haushaltshilfe, die Hilfskraft, der Lehrkörper, das Lehrpersonal, die Ombudsperson, die Belegschaft, die Delegation, das Gremium, die Leitung.


Autor: Manfred Hofferer

 

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