7 Vorurteile

7 Voruteile gegeb Trainer/innen

Was Trainer/innen immer wieder zu hören bekommen.

Selbstständige Trainer/innen in der Erwachsenenbildung sind in der Arbeitswelt im Grunde keine Seltenheit mehr. Sie haben mehr oder weniger einen fixen Platz in der Arbeitslandschaft. Leider gibt es hinsichtlich der selbstständigen Trainer/innen immer noch eine ganze Reihe von eigentümlichen Verstehens- und Sichtweisen sowie handfesten Vorurteilen, die sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben. Mitunter könnte man den Eindruck haben, dass Arbeit erst dann Arbeit ist, wenn diese über eine fixe Anstellung zu geregelten Arbeitszeiten und im Kreise von Kollegen/innen stattfindet.

 

7 Vorurteile, die wir immer wieder einmal hören...

 

Dein Glück möchte ich haben - ich beneide dich sehr

Mit Glück allein ist es leider nicht getan. Gute Trainer/innen müssen ihre Kunden/innen ständig von ihren Fähigkeiten und Produkten überzeugen. Dafür braucht es zwar auch ein Quäntchen Glück, aber viel mehr ist Qualität, Überzeugungskraft und Durchhaltevermögen gefragt. Und es kann durchaus bezweifelt werden, ob es ein echtes Glück ist, ständig weit über das Maß hinaus, das Angestellte kennen, unbezahlte Überstunden für Recherchen, Vor- und Nachbereitungen oder einfach nur die notwendige Buchhaltungsvorbereitung zu machen. Wer meint, ein/e Trainer/in hätte Glück, da er/sie weniger arbeiten müsste, irrt sich ebenfalls. Aufgrund der nicht geregelten Arbeitszeiten neigen gerade Trainer/innen dazu, regelmäßig Überstunden zu machen.


Mein lieber, soviel Freizeit hätte ich auch gerne!

Dieses Vorurteil geht davon aus, dass sich Trainer/innen die gesamte Arbeitszeit frei einteilen können und dazu noch bequem von zu Hause aus und völlig selbstbestimmt arbeiten können. Klingt zwar gut, ist es aber nicht. In Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall und Trainer/innen arbeiten nicht selten 12 und mehr Stunden täglich und vor allem sind sie dort, wo ihre Kunden/innen sind. Da es noch keine Teleportation gibt, fallen dazwischen mitunter erhebliche An- und Abreise- sowie Wartezeiten an. Und das alles geht auf Kosten der Freizeit. Also ich persönlich kenne wenige Leute, die ihre Freizeit gerne auf Bahnhöfen, Flughäfen, Autobahnraststationen (an manchen Tagen ist man froh, dass es dort Duschmöglichkeiten gibt) oder anderen Orten, zwischen Kunden/innen und Zuhause, verbringen.


Wie Du Dein Geld verdienst ist mir ein Rätsel. Da läuft doch was - ein bisserl nebenbei -, ehrlich, oder?

Für viele Menschen ist es nach wie vor ganz schwer vorstellbar, dass man seinen regulären Lebensunterhalt ausschließlich auf Honorarbasis und ganz ohne monatliche Einkommenssicherheit verdienen kann. Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit wird in der heutigen Zeit ganz einfach von Zuhause aus erledigt. Über das Internet, Telefon- oder Videokonferenzen stehen viele Wege offen, das eigene Trainer/innen-EPU vom heimischen Schreibtisch aus zu managen. Und wer einmal als EPU eine Steuerprüfung gehabt hat, weiß ganz genau: Da läuft nebenbei aber ganz und gar nichts!


Was gäbe ich, wenn ich auch im Jogginganzug arbeiten könnte

Das ist mit Sicherheit eines der hartnäckigsten Vorurteile, wenn es um die Arbeit von selbstständigen Trainern/innen geht. Die Arbeit im heimischen Büro ist in fast allen Köpfen mit dem Tragen eines Jogginganzuges verbunden. Es kann durchaus sein, dass es da den/die eine/n oder anderen gibt aber die überwiegende Mehrzahl trägt auch zu Hause (da man immer auch auf dem Sprung zum nächsten Kundentermin ist) einen ähnlichen Dresscode, wie das in Unternehmen oder im Büro auch der Fall ist.

 

Du hast es wirklich gut, Du kannst unter der Woche ausschlafen

Die überwiegende Zahl der Trainer/innen arbeitet zwar an den Wochenenden bzw. an Tagen, die an das Wochenende angrenzen, aber wer denkt, dass diese dann an den restlichen Wochentagen, pure Freizeit genießen, irrt. Zwar ist es richtig, dass man an diesen Tagen am Morgen die eine oder andere halbe Stunde länger schlafen kann, aber – nachdem sich die Arbeit nicht von selbst erledigt – wird diese am Abend locker wieder eingeholt. Selten ein/e Trainer/in der/die nicht bis zumindest 20 Uhr beschäftigt ist.

 

Wer außer Dir hat Zeit den lieben langen Tag im Internet zu surfen!

Gut gedacht, aber auch das ist ein Irrtum! Kein/e professionelle/r Trainer/in sitzt vor dem Computer und wartet surfend auf die erlösenden Anrufe der Kunden/in. Zum täglichen Kerngeschäft jedes/r Trainer/innen gehört es, (über alle möglichen Informationskanäle und Medien) auf die Kunden/innen zuzugehen und diese auf die eigene Arbeit aufmerksam zu machen. Ein/e Trainer/in hat dementsprechend wesentlich weniger Zeit einfach einmal nur so im Internet zu surfen oder zumindest nicht mehr Zeit im Internet zu surfen, wie jede/r andere Arbeitnehmer/in auch.

 

Einmal ganz ehrlich: Das, was Du da machst, ist kein echter Job, oder?

Eine derartige Aussage bringt jede/n Trainer/in entweder zum Verzweifeln oder in Rage. Wer den grundsätzlichen Wert der beruflichen Tätigkeit infrage stellt muss in jedem Fall mit bösen Reaktionen rechnen. Selbstständigkeit ist - auch mit den damit verbundenen Nachteilen - eine Lebensform in der die Selbstwirksamkeit, die persönliche Unabhängigkeit, die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, einen ganz hohen Stellenwert haben. Und für alle Zweifler/innen unter Ihnen: Selbstständigkeit ist ein „echter und richtig harter Job“.


Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für zahlreiche pädagogische Projekte und Ausbildungen im Sektor Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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