Gewusst? Verstanden?

Worauf kommt es an?

Heute ein Beitrag in Bildform zum Thema "Verstehen als notwendige Basis um u.a. pädagogisch arbeiten zu können.

 

Die Diskrepanz

Es ist erstaunlich wie oft und weit WISSEN, VERSTEHEN und darin begründetes KÖNNEN auseinander klaffen. Ein Umstand dafür mag wohl darin liegen, dass im gängigen Bildungssystem wesentlich mehr Augenmerk auf die kurzfristige Wissensreproduktion Wert gelegt wird, wie auf den Aufbau, die Entwicklung und die Kultivierung von Verstehens- und davon abgeleiteten Denk-, Entwicklungs-, Planungs-, Anleitungs-, Handlungs-, Interventions-, Reflexions- und Evaluationsprozessen. Als „natürlich Folge“ zeigen sich demnach in der pädagogischen Praxis auch immer häufiger und mitunter völlig unreflektierte Alltags-, Gewohnheits- bzw. mehr oder weniger hilflose Versuch- und Irrtumhandlungen.

 

Die Grundlage

Von Verstehen geleitetes Vorgehen und Handeln ist die Basis jedes fachlichen Arbeitens, was bedeutet, dass die Akteure/innen, bevor sie etwas Tun, nicht nur genau wissen, sondern verstanden haben was sie zu Tun vorhaben, welche Absicht bzw. welches Ziel dabei verfolgt wird, wie sie vor- und umgehen, welche Inhalte, Methoden und Techniken sie einsetzen werden - und vor allem warum - und welche Folgen und Konsequenzen das nach sich zieht.

 

Der Unterschied

Das bloße Wissen zu oder über eine Thema, einen Gegen- oder Umstand u.ä. (z.B. Kommunikation, Konflikt, Stress, Didaktik, Methodik usw.) reicht - um pädagogisch zu arbeiten - nicht aus. Es besteht einfach ein großer Unterschied zwischen einem

  • „Ich weiß über die Grundlagen und Regeln, die für gute Kommunikation wichtig sind, Bescheid“ und
  • „Ich habe die Grundlagen und Regeln guter Kommunikation verstanden“

Marie von Ebner-Eschenbach formulierte dazu treffend: "Das Verständnis reicht oft viel weiter als der Verstand." und Arthur Schopenhauer stellt fest: "Alles Verstehen ist ein Akt des Vorstellens."

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

Vielleicht interessieren Sie sich auch für diese Beiträge?


Kommentar schreiben

Kommentare: 0