Was soll das?!

Umgang mit Seminarstörungen

Umgang mit Störungen im Seminar

Störungen kommen im Bildungsbetrieb (trotz aller vereinbarten Regeln) regelmäßig vor und zum Handwerkszeug guter Erwachsenenbildner/innen gehört es, darauf adäquat zu reagieren bzw. damit angemessen umgehen zu können.

 

In der Praxis haben sich 9 teilnehmendenseitge Interventionsformen und 9 trainer/innenseitige Vorbereitungs- bzw. Reflexionsfragen bewährt, um das Problem „Störungen“ besser in den Blick und Griff zu bekommen.

 

Störungen durch Teilnehmende/n ausgelöst

Treten teilnehmendenseitig Störungen auf, dann haben Sie folgende aufsteigende Möglichkeiten zu reagieren und darauf einzugehen:

 

Sie können auftretende Störungen ...

  1. ignorieren; viele Störungen lösen sich, ohne großes Zutun, von selbst
  2. mit einem freundlichen aber bestimmten Blick, in Richtung der Störquelle, „still ansprechen“
  3. durch eine diskrete missbilligende Gestik regulieren
  4. mit einem kurzen indirekten (aber höflichen) Hinweis bedecken
  5. direkt mit dem/der Betroffenen ansprechen
  6. mit dem/der Auslöser/in in einem Einzelgespräch in der Pause klären
  7. mit einem Methodenwechsel begegnen
  8. unmittelbar und in der Gruppe thematisieren
  9. als Anlass für einen Ausschluss (z.B. bei körperlichen Übergriffen gegenüber anderen Teilnehmenden) nehmen

 

Störungen durch Trainer/in ausgelöst

Aber bitte vergessen Sie nicht: In der Regel steht die Störquelle Nr.1 ganz vorne! In der Folge die 9 wichtigsten Vorbereitungs- und Reflexionsfragen, um bestmöglich Störungen von Trainer/innenseite auszuschließen.

 

Vielleicht hängen die Störungen davon ab, das Sie ...

  1. unklare, widersprüchliche oder falsche Signale (inhaltlich, verbal wie nonverbal) vermitteln?
  2. eine offensichtliche Diskrepanzen zwischen dem von Ihnen Gesagtem und Ihrem Verhalten vermitteln?
  3. ihre Ausführungen zu komplex, kompliziert und schwer nachvollziehbar gestaltet haben?
  4. zu wenig darauf geachtet haben, dass das Thema für die Teilnehmenden auch die entsprechende Relevanz und Neugier entfaltet?
  5. selbst (z.B. im Thema mehr oder weniger) desorientiert oder inhaltlich sprachlos sind?
  6. viel zu sehr emotional agieren bzw. reagieren?
  7. im Grunde an der Vermittlung kein echtes eigenes Interesse haben?
  8. Ihre Teilnehmenden mit Ihren Ausführungen vor den Kopf stoßen (in der Ausdrucksweise, in den Beispielen, in der Heftigkeit der Intervention u.ä.)
  9. kein Fingerspitzengefühl für den richtigen Zeitpunkt haben

Es ist noch kein/e Meister/in vom Himmel gefallen! Beide Bereiche brauchen wiederholte Übung und Reflexion von außen und erst dadurch werden sie ein "selbstverständlicher und persönlicher Teil" des/der Trainers/in.

 

Tipp: Die angeheftete Infografik auf das Handy, Tablet oder den Laptop geladen und schon hat man die Information, wenn man sie braucht.

  • Lesehinweis zu diesem Thema z.B.: Wolf P. Szepansky (2010): Souverän Seminare leiten: Gruppenprozesse und Leitungsrolle, Bertelsmann, ISBN 978-3763917983

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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