So oder doch so!?

Existenzgründung, Startup, Selbstständigkeit, Persönlichkeit, Entwicklung, Karriere

Und wie ist Ihre Haltung?

Was kann man in den Weiten des WWW nicht alles - auch Fragwürdiges und Eigentümliches - nachlesen, wenn es um Trainer/innenleit- und rollenbilder, deren Aufgaben- und Einsatzbereiche geht? Viel! Sehr viel seltener wird das ein wenig schwierigere Thema „Grundhaltung“ dargestellt und besprochen. Aus diesem Grund eine launige aber nicht unernste Annäherung an dieses Thema.

 

Trainer/innen sind keine Gurus, Wunderwuzis, Weise oder sonst unantastbare Gelehrte, welche vorgeben (manche sind sogar überzeugt davon) Wahrheit und Wissen gepachtet zu haben und die ihren Glauben, ihre eigene Meinungen oder/und ihre persönlichen Überzeugungen - gespickt mit farbenprächtigen Erzählungen, persönlichen Erfahrungen, Lebensereignissen und Schicksalsschlägen - predigen und ihre „Anhänger“ mit eigenen Theorien und Lösungskonstrukten bedienen (manch eine/r könnt das auch als Belästigung erleben). Sie sind auch keine kleinen Könige/innen, die ihre Seminare als Spielwiese für eigene Eitelkeiten, Selbstinszenierungen, Machtgelüste oder vielleicht sogar (unbewussten) als Rahmen für die eigene (unbewusste) Therapie nutzen.

 

Gute Trainer/innen sind vielmehr im Grunde einfache Handwerker/innen, die es verstehen, zwischen der Welt des gesicherten Wissens und der Alltagswelt der Teilnehmenden geschickt eine Brücke zu schlagen und die Inhalte für die Teilnehmenden entsprechend nachvollziehbar aufzubereiten und zu vermitteln. Sie sind Transformatoren/innen, die mit Bedacht - immer ein Auge auf die Zielgruppe und deren Anliegen und Bedürfnisse - bestehendes Wissen soweit reduzieren bzw. zusammenfassen, dass daraus für die Teilnehmenden eine konkrete Handlungsrelevanz resultiert und dabei im Kern der Wahrheitsgehalt bzw. Gültigkeitsanspruch der vermittelten Inhalte und Theorien erhalten bleibt. Und, sie zeichnet aus, dass sie zwischen sich und ihren persönlichen Meinungen, Präferenzen und Vorlieben in der jeweiligen Sache, der Frage oder dem Gegenstand klar unterscheiden und sich als Vermittler/innen davon distanzieren können.

 

Konkret bedeutet das, dass z.B. Fragen wie „Was zeichnet ein gutes Team aus?“, „Wie löst man gezielt Konflikte?“, „Was ist Stress und wie geht man damit um?“, „Wie führe ich meine Arbeitsgruppe?“ usw. die in einem Seminar bearbeitet und geklärt werden sollen, je nach Verständnis und Zugehörigkeit eine ganz unterschiedliche Darstellung, Ausprägung und Wirkung erhalten und entfalten werden. Übrigens: Auch den weniger geübten Seminarteilnehmenden sticht dieser Unterschied sofort ins Auge!

 

Fazit: Die Arbeit an dieser einfachen Unterscheidung und eine deutliche Klärung dieser Grundhaltung gehört in jeder Trainer/innenausbildung prominent ganz an den Anfang gestellt, denn die Beschäftigung mit dieser Grundhaltung ist die basalste Voraussetzung für verantwortliche Vermittlungsarbeit.

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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