Selbst ist der/die Mann/Frau!

Selbstmotivation, Selbstorganisation

TEIL 1 | Ganz ehrlich, Sie sind doch kein Esel! :-)

 

Befragt man UnternehmerInnen danach, welche Fähigkeiten und Kompetenzen von „guten“ Mitarbeitenden in jedem Fall gewünscht und gefordert sind, dann erhält man – neben einer Reihe von anderen Aspekten wie z.B. Produktkenntnis, Kooperationsfähigkeit, kritisches Denken oder Problemlösungskompetenz - immer dieselbe Antwort. Im Grunde sind es vier Faktoren, auf die es den Unternehmer/innen in der Praxis tatsächlich ankommt:

  1. Selbstmotivation und -organisation
  2. Zielorientiertes und effizientes Arbeiten
  3. Arbeit im Team
  4. gute Kundenorientierung

Zum Start dieses vierteiligen Beitrags die wichtigsten Gedankensplitter zum Aspekt Selbstmotivation und -organisation:

 

Um selbst motiviert zu sein, reicht es nicht, sich selbst die sprichwörtliche „Karotte“ vor die Nase zu hängen und dieser hinterher zu laufen. In Wahrheit sind es – wenn man den Ergebnissen Motivationsforschung folgt - drei Aspekte, welche Selbstmotivation effektiv auslösen und antreiben. Der wichtigste Aspekt ist

  1. das Gefühl von Autonomie. Wer in der Lage ist seine Aufgaben nicht nur als zu erledigende zu begreifen, sondern auch als von sich selbst aus erstrebenswerte Aufgaben anzunehmen, hat den ersten Schritt getan. Der zweite Aspekt weist darauf hin, dass die Selbstmotivation umso größer ist,
  2. je besser wir selbst, in dem, was wir tun, sind! Und schließlich spielt
  3. der „Sinn“ einer Aufgabe eine bedeutsame Rolle. Mit Pathos ausgedrückt heißt das, dass der Mensch immer dann, wenn er spürt, für eine größere/gemeinsame Sache zu arbeiten, stärker intrinsisch motiviert ist. Etwas zu einem Gemeinsamen beizutragen ist also der dritte wichtige Selbstmotivationsschlüssel.

Treffen diese drei Aspekte zudem auf den Umstand, dass sich die betroffene Personen in den für sie relevanten Aufgaben selbst organisieren und führen können, dann ist die beste Voraussetzung für ein produktives Klima mit guter Selbstmotivation und Selbstorganisation gegeben. Der Schlüsselfaktor hierbei ist der Ersatz von „externer und äußerer Kontrolle [Motivation]“ durch „selbst empfundene Eigenverantwortung“.

 

Für Führungskräfte ist es demnach wichtig, sich immer wieder folgende vier Fragen zu stellen:

  • Was kann ich konkret unternehmen, um bei mir und meinen Mitarbeitenden das Gefühl der Autonomie zu steigern?
  • Wie kann ich konkret meine praktischen Kompetenzen und die der Mitarbeitenden sukzessive verbessern?
  • Was hilft mir und meinen Mitarbeitenden, in meinen/ihren Tätigkeiten ein größeres Ganzes zu sehen?
  • Wodurch wird es mir selbst und meinen Mitarbeitenden möglich, größtmögliche Selbstverantwortung für die Aufgaben zu spüren und zu übernehmen?

Fazit: Im Grunde ganz einfach und dann – wenn man genauer darüber nachdenkt - doch nicht so ganz! Vier Fragen wollen/müssen immer wieder gestellt werden und eine abschließende Antwort oder Lösung dazu gibt es nicht!

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

Vielleicht interessieren Sie sich auch für diese Beiträge?


Kommentar schreiben

Kommentare: 0