Und?

Bildungspartner OER Qualität

Das ganze steht und fällt mit der Originalität und Qualität der Beiträge

Dieses Arbeitspapier ist eine Zusammenfassung der Diskussion des Wiener Teams der Bildungspartner Österreich zum Thema OER Materialien und Wert bzw. Wertermittlung. Zu welchen Ergebnissen kommen wir, und auf welche Aspekte können wir uns einigen? Nachfolgend die Ergebnisse:

 

Welche Werte stehen für uns außer Zweifel:

  • Wert der Aufwandsleistung: Recherche, Erstellung, Korrektur, Gestaltung und Bereitstellung, Infrastruktur u.ä. lassen sich relativ einfach in Arbeitsstunden und Fixkosten kalkulieren bzw. erfassen.
  • Erfahrungswert: Wert entsteht auch für den/die, die das Material erstellt. Hier sprechen wir von einem praktischen Wert. Jede/r der sich einmal die Mühe gemacht sich mit der Herstellung von OER Materialien auseinanderzusetzen und ein Material hergestellt hat, kennt diesen Wert, der sich direkt in immer effektiveren Umsetzungskompetenzen ausdrückt.

Darüber hinaus erzeugen OER-Materialien für jene, die OER Materialien herstellen, einen nicht zu unterschätzenden Zusatz- wert.

  • Image- und Reputationswert: Je besser das Material von den Usern angenommen wird, umso stärker und nachhaltiger schlägt sich das auch als Zuwachs auf der Imageseite nieder und das wiederum regt die weitere Verbreitung und schließlich auch die Nachfrage an. Dieser Wert lässt sich relativ einfach in Form von Umfragen, unter Zuhilfenahme des arithmetischen Mittels, in Erfahrung bringen.
  • Werbewert: Das ist ein Wert der sehr häufig unterschätzt wird. Rechnet man an dieser Stelle mit einem Wert zwischen 20 und 70 Cent pro Klick (soviel kostet das heute um an User zu kommen) dann ergibt sich bei einer Aufrufrate von z.B. 25.000 immerhin ein realer Wert von rund EUR 11.000,-
  • Markenwert: Image und Reputation tragen essentiell dazu bei, dass mit der Zeit so etwas wie eine Marke entsteht und die besitzt wiederum einen ganz eigenen Wert. Dieser Wert wird unterschiedliche Ergebnisse erbringen, je nachdem welche Methode (derzeit sind ca. 500 Ermittlungsansätze bzw. -modelle bekannt) angewendet wird. Nimmt man z.B. den von David Aaker (David A. Aaker: Management des Markenwerts. Campus Verlag, 1992, ISBN 3-593-34706-7.) als „Wahrgenommene Qualität“ bezeichneten Ansatz, dann ergibt sich daraus, dass ob der Wahrnehmung guter Qualität auch dann, wenn der/die Konsument/in keine Detailkenntnisse über z.B. eine Bildungsdienstleistung hat, diese Wahrnehmung signifikant häufiger zu der Entscheidung führt, die Dienstleitung zu buchen.
  • Allgemeiner Bildungswert: OER-Material stiftet darüber hinaus einen ganz eigenen Wert für die Lernenden, die, um effektiv lernen zu können, auf „gutes Material“ an- gewiesen sind. Zur Wertermittlung darf hier nicht nur auf Abruf-, Verbreitungs- oder Nutzungszahlen zurückgegriffen werden, sondern müssen direkte Rückmeldungen und vor allem die Verwendung des Materials in z.B. Publikationen, Datenbanken oder ähnlichen Bereichen, herangezogen werden.
  • Moralisch-ethischer Wert: Den zuvor genannten Werten kann auch so etwas wie ein persönlicher Wert hinzugefügt werden, der sich am ehesten in einem ganz persönlich guten Gefühl ausdrückt, etwas zu einem größeren Ganzen beigetragen zu haben.

Hinweis: Bei diesem Gespräch wurde explizit auf die (a) Diskussion und Darstellung von (durchaus auch denkbaren) zusätzlichen Verwertungsvarianten wie z.B. Einbindung von Sponsoring, Werbeeinschaltungen oder Finanzierung durch Organisationen oder die öffentliche Hand, verzichtet. Zudem ist der Bereich (b) mögliche/r „Wert/e“ für Kollegen/innen als Anwender/innen nicht besprochen worden.

 

Mögliche praktische Anwendung:

  • Diskussions- und Orientierungsgrundlage zur Diskussion rund um das Thema „Möchte ich / Wollen wir OER Materialien herstellen“

 

In diesem Sinne: Guten Erkenntnisgewinn!

 

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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CC BY-NC-ND 2.0 AT | Redigiert: Renate Fanninger | Version: 1, 25.06.2016 | Anregungen & Korrekturen: office@bildungspartner.eu | Das Material wurde einer Plagiatsprüfung unterzogen und freigegeben.

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OER - Werte im Gespräch
Anregung zur Wertdiskussion von OER-Materialien
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Bildungspartner Österreich OER Werte im Gespräch

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