Am Anfang war ...

Bildungspartner Lehrlingsintegration

Am Anfang war – ja, was eigentlich?

Mitarbeiterbindung und Identifikation: Die ersten Tage der Betriebszugehörigkeit sind entscheidend. Versäumnisse des Arbeitgebers in dieser Phase sind nur noch schwer aufzuholen – auch bei Lehrlingen.

 

Es gibt Abhilfe: Wenn Sie als Arbeitgeber/in bzw. direkte/r Vorgesetzte/r die nachfolgenden sieben Empfehlungen beherzigen, punkten Sie mit Sicherheit!

 

DENKEN SIE DARAN

1. Für Ihren Lehrling beginnt ein neuer Lebensabschnitt – mit dem Wechsel ins Berufsleben betritt er eine neue Welt. Je offener Sie mit dieser Situation umgehen, umso schneller kann sich Ihr Lehrling einleben, an Akzeptanz gewinnen und loslegen.

 

ZEIT SCHENKEN

2. Nehmen Sie sich als direkte Führungskraft in den ersten Tagen besonders viel Zeit für Ihren Lehrling, beginnend mit einer herzlichen Begrüßung. Damit bringen Sie Ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Freuen Sie sich über Ihren Lehrling und sehen Sie ihn als Bereicherung.

 

BEKANNT MACHEN

3. Stellen Sie Ihren Lehrling den Kollegen/innen vor. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – und trotzdem wird dies in der Praxis oft unzulänglich berücksichtigt. Schade eigentlich.

 

EINEN ORT GEBEN

4. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Lehrling am Tag seiner/ ihrer Ankunft einen definierten, eingerichteten Arbeitsplatz erhält, der sozusagen schon auf ihn/sie wartet. Dies gibt ihrem Lehrling das Gefühl, willkommen zu sein und gebraucht zu werden und hinterlässt einen völlig anderen Eindruck als ein hektisch freigeräumter Bereich.

 

ÜBERBLICK VERSCHAFFEN

5. Verschaffen Sie Ihrem Lehrling nochmals einen Überblick, worin seine Aufgaben bestehen werden und was Sie von ihm/ihr erwarten. Seien Sie hier präzise und bestimmt – das schafft Orientierung! Unterstreichen Sie, was Ihr Lehrling in Ihrem Betrieb bewirken kann, machen Sie seine/ihre Bedeutsamkeit zum Thema und ihm/ihr Lust auf das Kommende. Voraussetzung: Sie sprühen selbst vor Enthusiasmus!

 

WENIGER IST MEHR

6. Führen Sie Ihren Lehrling durch den Betrieb, aber überfordern Sie ihn/sie nicht mit einer Sinnlosflut an Informationen. Versuchen Sie, Ihre Fachsprache auf den vorhandenen Wissensstand herunterzubrechen. Damit werden Sie nicht nur besser verstanden, Sie nehmen auch die Angst vor dem Nachfragen.

 

KULTUR LEBEN

7. Denken Sie daran: der Bewerbungsprozess ist im besten Fall ein sehr verkleinerter Ausschnitt der Realität. Der/die Bewerber/in hat nur mit einer, höchstens zwei Personen im Betrieb gesprochen. Stimmungen und Befindlichkeiten werden so nicht fassbar. Machen Sie daher den Weg frei für näheres Kennenlernen jener, mit denen Ihr Lehrling besonders viel zu tun haben wird. Viele Betriebe setzen auf eigene Kennenlerntage. Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsumfeldes schweißen zusammen und unterstützen das Abteilungs- bzw. Betriebsgefüge positiv. Und: auch der Spaß kommt nicht zu kurz.

 

Allen Punkten ist eines gemein: Sie setzen eine nicht unerhebliche Investition an Zeit, Einfühlungsvermögen, Kommunikation und Vertrauen voraus. Aber genau damit schaffen Sie Platz für einen wichtigen Erfolgsgaranten eines jeden Betriebs: ein angenehmes Arbeitsumfeld.

 

In diesem Sinne: Gutes Zusammenkommen!

 

Autor: Petra Jäger

Jahrgang 1978, studierte Internationale Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck und ist als Mitglied der Bildungspartner Österreich für den Westen Österreichs zuständig. Durch ihre mehrjährige Berufserfahrung in einem der größten Industrieunternehmen Österreichs konnte sie wertvolle Erfahrungen im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung vom Lehrling bis ins Management sammeln und ist heute als Trainerin tätig. Ihre Schwerpunkte sind Lehrlings- und Ausbildertrainings sowie Outdoortrainings bis ins mittlere Management.

 

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CC BY-NC-ND 2.0 AT | Redigiert: Manfred Hofferer | Version: 1, 01.07.2016 | Anregungen & Korrekturen: office@bildungspartner.eu | Das Material wurde einer Plagiatsprüfung unterzogen und freigegeben.

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