Lehrlinge trainieren

Lehrlingstrainings Bildungspartnern Österreich

Was ist das und wofür?

BPÖZ: Frau Mag.a Fanninger, Sie bieten mit den Bildungspartnern Österreich schon seit Jahren in verschiedenen Bundesländern geförderte Trainings für Lehrlinge an. Wie erklären Sie jemanden, der Ihre Ausschreibungen auf der Webseite noch nicht gelesen hat, was das genau ist und worum es dabei geht?

 

- Aha, wie ist das genau? -

 

R. Fanninger: “Zunächst geht es um ein allgemeines und verbessertes Verständnis der betrieblichen Zusammenhänge und Abläufe. Wer versteht, wie die einzelnen Bereiche zusammenhängen, zusammenwirken und voneinander abhängig sind, weiß auch um den Wert und die Wichtigkeit der „eigenen kleinen Tätigkeit“. Wer das größere Ganze einmal in den Blick bekommen hat, der/die findet auch leichter seinen Sinn und Platz.”

 

- Oida, was geht?! -

 

R. Fanninger: “Damit in Verbindung ist es wichtig, an den Grundhaltungen und der Verantwortlichkeit der Jugendlichen gezielt zu arbeiten. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber Arbeit unterscheidet sich nun einmal von anderen Lebensbereichen mitunter erheblich. Für viele Jugendliche sind Pünktlich-, Genauig-, Verlässlich- oder Höflichkeit, Respekt, Kontrolle der Emotionen, ein einfaches Bitte und Danke, An- und Abmelden, Fragen, bevor man etwas tut usw., nicht selbstverständlich. Das braucht zur Bewusstwerdung Auseinandersetzung und selbstverständlich Übung!”

 

- Wos host gsogt!? -

 

R. Fanninger:  “Die wirklich wichtigen Dinge im Unternehmen realisieren sich immer über Kommunikation. Sie ist eine ganz wichtige Schlüsselkompetenz, womit sich die Lehrlinge nicht früh genug beschäftigen können. Sind die wichtigsten Spielregeln einmal erkannt und in den Grundzügen erlernt, dann fallen in der Folge eine ganze Reihe von Problembereichen fast automatisch weg.”

 

- Von wo kommst Du? -

 

R. Fanninger: “Genauso ist das mit dem Bereich Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe und Herkünfte. Ein für die Mitarbeitendenausbildung ganz essentieller Bildungsbereich, um mögliche Reibungs- und Konfliktpunkte, Vorurteile und übernommene Ressentiments rechtzeitig aufzufangen, zu bearbeiten und bestmöglich konstruktiv aus der Welt zu schaffen.”

 

- Nicht ICH, nicht DU, WIR sind wichtig! -

 

R. Fanninger:  “Dazu kommt, dass sich die Arbeit im Team nicht vermeiden lässt. Auch hier ist es wichtig, den Unterschied zwischen „normalen“ familiären, bekanntschafts- oder freundschaftlichen Beziehungen und Arbeitsbeziehungen herauszuarbeiten. Was in dem einem Bereich besonders wichtig ist, spielt u.U. im anderen Bereich nur eine untergeordnete bzw. keine Rolle. Wer über die Unterschiede Bescheid weiß, hat enorme Vorteile!”

 

- Jep, ICH kann das! -

 

R. Fanninger:  “Besonders am Herzen liegt mir die Arbeit rund um das Thema „Selbstbewusstsein und Selbstbewusst auftreten“. Die Pubertät ist ganz allgemein eine Phase der Irritation, Instabilität und Unsicherheit und daher ist es besonders wichtig sich mit den Jugendlichen gemeinsam zu diesem Thema auszutauschen und entsprechend hilfreiche Impulse zu setzen.”

 

- :-) Darf ich helfen?! -

 

R. Fanninger:  ”Ein besonderes Angebot - da eine ganze Reihe unserer Kunden aus diesem Bereich kommen - ist die praktische Auseinandersetzung mit der Thematik „Verkauf“ und die Entwicklung und Stärkung von damit verbundenen Kompetenzen. Wer einmal verstanden hat, wie Verkaufen funktioniert, der/die findet relativ rasch Gefallen daran. Genau dafür ist dieses Bildungsangebot gedacht und konzipiert.”

 

- Komm, Du schaffst das! -

 

R. Fanninger: “Last but not least: Was auf keinen Fall fehlen darf, ist der Bereich „Hilfen für das Lernen“. Ohne Lernen läuft in der Lehrlingsausbildung wie auch im Leben gar nichts richtig. Wenn auch mit einem einzigen Training nicht alle Probleme aus der Welt geschaffen werden, so können zumindest die wichtigsten Grundlagen für einen positiven Lernerfolg erarbeitet und gelegt werden. Und im Grunde ist es immer wieder erstaunlich, wie „wenig“ Impulse benötigt werden, um das wenig geliebte Lernen lieb zu gewinnen!”

 

- Auf das “WIE” kommt es an! -

 

R. Fanninger: “Insgesamt geht es bei allen Trainings immer darum, die Angebote auf eine Art und Weise zu präsentieren und zu vermitteln, dass die Lehrlinge in ihrer speziellen Entwicklungssituation als Jugendliche angesprochen werden. Sie sind eben keine Kinder mehr und noch keine Erwachsenen! Im Idealfall hat man am Ende der Tranings engagierte Mitarbeitende mit guter sozialer Kompetenz, ausgeprägter Teamfähigkeit und einer entsprechend produktiven Einbringung in die Arbeitsabläufe und -prozesse.”

 

BPÖZ: Liebe Renate Fanninger, herzlichen Dank für Ihre Zeit und das aufschlussreiche Kurzinterview!

 

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Hinweis

Dieser Beitrag ist auch als "Notiz" auf unserer Facebookseite erschienen.

 

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