Wie ist das?

Bei Juliana Boden-Halmdienst nachgefragt.

Lehrlingstrainings Bildungspartnern Österreich

 

Liebe Juliana Boden-Halmdienst, Ihr Schwerpunkt ist u.a. die Bildungsarbeit mit Lehrlingen und die Arbeit mit ihnen ist nicht immer einfach und ganz reibungsfrei. Heute sechs Fragen zu Themenbereichen, die in den Medien immer wieder angesprochen werden: Wie ist Ihre persönliche Sichtweise und welche Meinung haben Sie dazu?

 

Wo sehen Sie ganz Allgemein die besondere Herausforderung in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

 

Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in einer großen Ambivalenz zwischen Erwachsen-Sein Wollen und -Müssen und doch in einigen Bereichen wieder „klein“ gehalten zu werden. Beispiele sind: Jugendliche dürfen ab 16 Jahren wählen, haben aber in den Parteien anteilig nur wenige FürsprecherInnen für ihre Themen; das Durchschnittsalter von PolitikerInnen ist 50 Jahre.

 

Oder die Situation von Lehrlingen: Der Lehrvertrag gibt ihnen Rechte und Pflichten ähnlich erwachsenen Voll-Berufstätigen, gleichzeitig haben sie über 3 Jahre den Status von Lernenden inkl. Schulbesuch und Benotung. Klar ist das verwirrend und braucht Angebote für Orientierung und Räume für Selbstbestimmung.

 

Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidendste Faktor, damit Lehrlinge den Einstieg in die Arbeitswelt gut schaffen können?

 

Die Überzeugung, zu haben, „Ja, das ist es!" Um mit dieser Einstellung einen Beruf zu erlernen, der zu einer/einem passt, Freude macht und in dem die eigenen Stärken und Interessen zur Geltung kommen.

 

Welche Unterstützung ist aus Ihrer Sichtweise sinnvoll, die von den Lehrlingsausbildenden den Lehrlingen in jedem Fall gegeben werden sollte?

 

Klarheit, Empathie und der Wille, sie in den Betrieb „hereinzunehmen“. Klarheit in den Anweisungen, in den Anforderungen und in den Zielen; Empathie für die Lehrlinge als individuelle Personen – was bringen sie mit, was beschäftigt sie, wie geht es ihnen im Unternehmen – und das Anliegen, sie in ein schon bestehendes Gefüge an KollegInnen einzubinden.

 

Was braucht es Ihrer Erfahrung nach, damit bei Lehrlingen der berühmte Funke überspringt und die Motivation zum Durchhalten und zum Lehrabschluss gewahrt bleibt?

 

Verbundenheit mit dem Unternehmen. Das umfasst für mich u. a. diese Ebenen: Attraktivität und Qualität der Ausbildung, der Kontakt zu den Vorgesetzten und zur Chefin/dem Chef, Umgangsformen mit KollegInnen und Integration im Team, Begrüßung und „Careing“ über die Jahre durch Personalzuständige, vielleicht MentorInnen oder Freundschaften zu haben, Anerkennung für Leistungen, Gleichbehandlung bei Sozialleistungen des Unternehmens.

 

Zusammengefasst: Das Gefühl, „hier ist mein Platz und ich bin stolz darauf“.

 

Was ist das besondere an Ihren Bildungsangeboten für Lehrlinge?

 

Ich verbinde meine Ressourcenorientierung als Coach mit meiner Erfahrung als Unternehmensberaterin. Für meine Trainings heißt das, die TeilnehmerInnen möglichst individuell zu fördern und ihnen gleichzeitig einen hohen Praxisbezug und direkte Anwendbarkeit zu geben.

 

Welchen Tipp haben Sie für Lehrlinge, die gerade in einem Motivationstief stecken?

 

Überprüfe für Dich, was genau denn gerade so richtig „zach“ ist. Und was passt so, wie es ist? Das sind für mich z. B. Fragen zu den Menschen im Unternehmen, zur Aussicht, diesen Beruf über viele Jahre auszuüben, zu konkreten Ausbildungsphasen oder zum Lernen, zur Meinung anderer oder vielleicht zu etwas ganz neuem Privaten in Deinem Leben.

 

Hast Du Deine Antwort gefunden, dann beginn mit Deiner Lösung genau dort. Rede darüber und wenn Du Dich selbst nicht raussiehst, hol Dir Unterstützung.

 

Liebe Juliana Boden-Halmdienst, herzlichen Dank für dieses informative Kurzinterview!

 

Weitere Infos

Kommentar schreiben

Kommentare: 0