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Lehrlingstrainings Bildungspartnern Österreich

Liebe Petra Jäger, wie ist das?

Frau Petra Jäger arbeitet schon seit mehreren Jahren erfolgreich im Bereich der Lehrlingsbildung. Wir wollten dazu ein paar Details wissen und haben nachgefragt:

 

Frage: Liebe Petra, wo siehst Du ganz allgemein die Vorteile für Unternehmen, wenn diese ihre Lehrlinge auch extern aus- und weiterbilden lassen?

Antwort: Das Besondere an meinen externen Schulungsmaßnahmen ist, dass Lehrlinge aus unterschiedlichen Branchen für zwei, drei Tage miteinander arbeiten. Daraus ergibt sich eine ganze Reihe von Vorteilen. Exemplarisch möchte ich folgende herausgreifen:

  1. Einblicke in andere, u.U. branchenfremde Berufsrealitäten erhalten: Das führt nicht selten zu wahren Aha-Erlebnissen, was betriebliche Zusammenhänge, Arbeitsabläufe und Berufsbilder anbelangt. Kurzum: Lehrlinge blicken unweigerlich über den eigenen Tellerrand hinaus. Dadurch wird für sie unsere komplexe Welt ein Stück vertrauter.
  2. Aktive Auseinandersetzung mit sich und anderen: meine Trainings leben ganz stark von der Interaktion. Lehrlinge sind dabei gefordert, sich in einem relativ kurzen Zeitfenster aufeinander einzustellen, um diverse Aufgaben zu lösen. Schnell werden Muster im eigenen Verhalten sichtbar, die im gewohnten Arbeitskontext vielleicht gar nicht mehr auffallen. Eine super Gelegenheit, sich selbst einen Spiegel vorzuhalten. Und weil ich die Übungsaufträge sehr konkret, lösbar und ergebnisorientiert gestalte, wird schnell klar: „Hey, durch mein Zutun wirke ich!“
  3. Sich selbst im geschützten Rahmen ausprobieren: Theorie zu pauken ist schön und gut, sie praktisch umzusetzen macht aber erst den wahren Lernerfolg aus. Will heißen: Was bei meinen Trainings theoretisch besprochen wird, können die Lehrlinge auch gleich risikolos selbst ausprobieren und erfahren, wie die unmittelbare Umwelt – gemeint sind die anderen Trainingsteilnehmer/innen – darauf reagiert. Dann geht’s ans Nachschärfen. Wo sonst ist so was möglich?

Frage: Welche Voraussetzungen müssen aus Deiner Sicht auf Seiten der Lehrlinge gegeben sein, damit die Teilnahme an einem der Lehrlings-business-fit-Trainings tatsächlich Sinn macht?

 

Antwort: Die besten Voraussetzungen für den Lerneffekt sind eine grundsätzliche Eigenmotivation, Lernbereitschaft, Neugierde und Offenheit.

 

Frage: Was ist das Besondere an den von Dir geleiteten Bildungsangeboten für Lehrlinge?

 

Antwort: Ich halte bspw. nichts von abstrakten Rollenspielen. Inhalte kommen viel natürlicher zur Geltung, wenn die Teilnehmer/innen von sich aus agieren können. Ich bediene mich hierbei konkreter Projektarbeiten – dabei stelle ich nicht das erschaffene Ergebnis in den Vordergrund, sondern vielmehr den Prozess dahinter. Also nicht, WAS die Lehrlinge gemäß ihres Auftrags tun, sondern WIE. In der Reflexionsphase rege die Lehrlinge dazu an, kritisch die eigene Herangehensweise und jene der Gruppe zu analysieren: Wie gehen wir / gehe ich mit herausfordernden Situationen um? Wie reden wir miteinander? Wie organisieren wir uns / organisiere ich mich in der Gruppe? etc. Dabei kommen alle inhaltlichen Aspekte der Lehrlingstrainings zumindest implizit zur Geltung.

 

Frage: Wie lässt sich das Feedback der Lehrlinge zu den Bildungsangeboten charakterisieren?

 

Antwort: Die einen nennen es aufrichtig, die anderen direkt. Wenn ich mit Jugendlichen zu tun habe, weiß ich in den meisten Fällen genau, wie ich dran bin. Ich ermutige die Lehrlinge zu direktem Feedback – und dem kommen sie auch nach. Aalglatte Schönfärberei? Fehlanzeige! Genauso machen sie aber auch keinen Hehl daraus, mir mitzuteilen, was für sie besonders hilfreich war. Auf diese Weise kann auch ich stets dazulernen.

 

Frage: Was sind aus Deiner Sicht Sicht die besonderen Highlights bei der Arbeit mit dieser Zielgruppe?

 

Antwort: Neben der eben erwähnten Aufrichtigkeit zählt für mich die Unbefangenheit und Lebenslust vieler Jugendlicher zu den absoluten Highlights. Spaß ist ihnen sehr wichtig, gleichzeitig verfügen sie über genug Ernsthaftigkeit und Antrieb, um sich Dingen zu widmen, die sie richtig fordern, die für sie interessant und von Bedeutung sind. Gute Vorzeichen für ein konstruktives Lernklima!

 

Frage: Gibt es einen Tipp, den Du für Lehrlingsausbildende hast, wenn es einmal nicht so gut läuft?

 

Antwort: Die Lehrzeit fällt typischerweise in eine Lebensphase mit sehr viel Entwicklungspotential. Junge Menschen in dieser Phase zu begleiten, ist eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe, auf die man sich sehr gut vorbereiten sollte. Wichtig sind nicht nur klare Regeln und Rahmenbedingungen, die Orientierung schaffen, sondern auch bewusste Vorbildwirkung und eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber der Rolle „Ausbilder/in“ mit all ihren Begleiterscheinungen. Diese Voraussetzungen sind ein guter Nährboden für das Vertrauen zwischen Ausbilder/in und Lehrling. Ein/e Ausbilder/in sollte sich bei tiefgreifenden Problemen, die über das Arbeitsumfeld hinausgehen – also Grenzen der eigenen Rolle überschreiten – aber auch klar abgrenzen und durchaus Hilfe von außen in Anspruch nehmen.

 

Liebe Petra Jäger, herzlichen Dank für dieses informative Kurzinterview!

 

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Dieser Beitrag ist auch als "Notiz" auf unserer Facebookseite erschienen.

 

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09

Jul

2017

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Genaeration Y
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