Das passt für mich!

Kritisches Denken nimmt ab!

Nur weil Vielen etwas "Gefällt"

Die Medien sind in den vergangenen Wochen wieder voll von Kommentaren und Beiträgen pädagogischer Heilsbringer. Egal was diese - von den Medien hofierten - umtriebigen Verkünder (es ist keine Frau darunter), Erleuchter und Bildunsprediger aussagen und welchen Standpunkt sie auch immer vertreten, es wird in den sozialen Medien gelikt und geteilt was das Zeug hält.

 

Warum ist das so?

Ganz einfach! Die Aussagen und Thesen dieser Herrschaften sind immer so gestrickt, dass am Ende - sofern man die Aussagen nicht kritisch hinterfragt - die, u.a. in der Vergangenheit vom Bildungssystem arg gebeutelten, mit "JA" reagieren müssen: Also "Weg mit Zeugnissen!", "Förderung macht keinen Sinn!", "Wissen kann man nicht beibringen!", "Die Fantasie braucht Flügel!, "Die Schule ist bescheuert!" oder so Trivialsager wie "Viel wichtiger als Wissen ist Erfahrung" usw. usw. Ganz wichtig ist auch, dass Studien und Forschungsergebnisse konsequent negiert und übergangen werden. Da hüpft das Herz der Geschundenen und schon ist eine "Neue bessere Bildungszukunft-Community" geboren.

 

Probieren Sie es aus!

  1. Suchen Sie nach einem Thema an dem sich viele Reiben
  2. Stellen Sie eine Gegenthese auf die in jedem Fall ein »JA« abholt
  3. Gegen Sie sich selbst eine wichtige Position; z.B. Leiter/in der Akademie für Lebensfragen 
  4. Suchen oder basteln Sie sich eine passende Hintergrundtheorie (Sie können auch einfach etwas aus der Hosentasche heraus erfinden und behaupten)
  5. Reden, schreiben und diskutieren Sie möglichst populär und anektotisch an möglichst vielen Stellen über Ihre fundamentalen und revolutionären Erkenntnisse

Sie werden sehen, mit ein wenig Glück, finden Sie in relativ kurzer Zeit eine Jüngergemeinschaft, die Ihnen bedingungslos folgt, Ihre Beiträge in den Sozialen Medien mit "Gefällt mir" markiert und vor allem Ihre Popularität vorantreibt.

 

Beste Grüße

Mit einen schmunzelnden Augenzwinkern!

 

HINWEIS: Die Förderung kritischen Denkens ist eine zentrale Aufgabe der Erwachsenenbildung!


Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag.

 

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