Mit Yer/innen umgehen

Führung im Wandel

Genaeration Y

Wenn man Unternehmen hinsichtlich des Alters Ihrer Mitarbeitenden untersucht, ist kaum zu übersehen, dass es zunehmend große Unterschiede gibt. Nicht selten arbeiten bis zu vier Generationen zusammen. D.h., die Altersspanne zwischen den Babyboomern (1950er bis Mitte der 1960er Jahre) und der Yer/innen (Menschen, die um das Jahr 2000 Teenager waren; Millenials bzw. Digital Natives) kann bis zu 50 Jahre auseinanderliegen.

 

Das ist für Führungskräfte und Teamleiter/innen zunehmend ein Problem und bringt neue Herausforderungen! Warum? Weil vielfach Führungskräfte und Teamleiter/innen mit klassischen Führungsmethoden und -techniken - die für ältere Mitarbeitende etabliert, anerkannt und unwidersprochen sind - bei den Yer/innen nicht punkten können.

 

Um die Situation in den Griff zu bekommen, muss - wenn man die Yer/innen gezielt ansprechen und integrieren möchte - von Seiten der Führungskräfte und Teamleiter/innen auf zumindest neun Aspekte eingegangen und entsprechend Rücksicht genommen werden:

  • Yer/innen sind in der Regel gut ausgebildetäußerst belastbar, und sie suchen ständig Herausforderung. Maßnahme: Nicht selten müssen die Mitarbeitenden in ihrem Enthusiasmus und Arbeitseifer vorsichtig gebremst und entschleunigt werden.
  • Auch nicht übersehen werden darf, dass Yer/innen in der Regel experimentierfreudig und innovativ sind. Maßnahme: Das hat zur Folge, dass diesen Elementen in der Projekt- und Zusammenarbeit entsprechend Raum gegeben werden muss.
  • Mitarbeitende der Generation Y legen besonderen Wert auf partnerschaftliche Zusammenarbeit im Team wie auch mit den Führungskräften. Maßnahme: Flache Hierarchien regen an und fordern sowie fördern diese partnerschaftliche Zusammenarbeit.
  • Ganz besonders schätzen (benötigen) Vertreter/innen der Generation Y ein gutes Gemeinschafts- und Teamgefühl. Es scheint fast so, dass hier das Motto „Ohne geht gar nicht!“ vorherrscht. Maßnahme: Der Umstand des Gefühls der Verbundenheit darf nicht übersehen oder übergangen werden und sollte regelmäßig offener Gesprächsstoff sein.
  • Wie immer die betrieblichen Vorgaben sind, Vertreter/innen der Generation Y schätzen Freiheit und Flexibilität. Maßnahme: Im Idealfall gewährt man (so weit wie möglich) ausreichend zeitliche und örtliche Flexibilität.
  • In der Regel sind die jungen Mitarbeitenden aus Schule und Studium gewohnt, größtmöglich selbstständig zu arbeiten: Maßnahme: Ab- und Übergabe von Aufgaben und gleichzeitig Vertrauen in die Lösungskompetenz. Um die Kontrolle nicht zu verlieren, siehe dazu die Aufgaben in Pkt. Feedback.
  • Yer/innen arbeitet gern in virtuellen Teams. Maßnahme: Integration und Nutzung von virtuellen Plattformen und Tools für die gemeinsame Arbeit.
  • Im Unterschied zu älteren Mitarbeitenden legen die Jungen besonderen Wert auf regelmäßiges Feedback. Maßnahme: Nähe und vor allem Zeit in die Beobachtung, Begleitung und in das Feedback investieren.
  • Schließlich sind Yer/innen wesentlich skeptischer, als das Vertreter/innen anderer Generationen sind. Maßnahme: Das hat zur Folge, das wesentlich mehr Zeit investiert und inhaltliche vertretbare Argumente erarbeitet und vorliegen müssen, um zu einer tragfähigen Mit- und Zusammenarbeit zu kommen.

Die Erfahrung, in der Arbeit mit unseren KundInnen zeigt, wenn diese neun Aspekte halbwegs abgedeckt sind, laufend bearbeitet und angepasst werden, dann gewinnt man zufriedene, motivierte und vor allem loyale Mitarbeitende!

 

Hinweis: Diese Aspekte sind auch für die Arbeit mit der Generation Z (Geburtsjahre von etwa 1995 bis 2010) relevant, wenngleich hier noch der eine oder andere Aspekt hinzukommt.

Autor: Manfred Hofferer

Jahrgang 1962, studierte u.a. Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Wien und ist der wissenschaftlich-pädagogische Leiter der Bildungspartner Österreich. In der Vergangenheit engagierte er sich für pädagogische und therapeutische Projekte und Ausbildungen im Sektor Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Nun widmet er sich schwerpunktmäßig pädagogischen Themen vom Ausbildungsabschluss über den Berufseinstieg bis hin zum Arbeitsalltag

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Eva Klein (Sonntag, 09 Juli 2017 14:20)

    Danke für den Beitrag!

  • #2

    Herbert (Montag, 10 Juli 2017 08:21)

    Zu Pkt 1.: Da gibt es aber auch die, die keine oder nur eine schlechte Ausbildung haben ;-)

  • #3

    Judith (Montag, 10 Juli 2017 08:53)

    @herbert: da stimme ich Dir zu!

  • #4

    Adrian (Montag, 10 Juli 2017 14:12)

    Es wäre schön, wenn das in der Praxis auch umgesetzt werden würde :-) Bei uns leider nicht!

  • #5

    Lydia (Montag, 10 Juli 2017 14:48)

    Bei uns ist man auf dem Weg, aber der Prozess ist von kontroversen Diskussionen begleitet :-)

  • #6

    Peter (Dienstag, 11 Juli 2017 10:33)

    für viele ältere kollegen ist es schwer uns junge erst zu nehmen ;-)

  • #7

    Klaus (Donnerstag, 13 Juli 2017 09:26)

    Ganz besonders wichtig sich die Punkte Klima und Gemeinschaftsgefühl!!!

  • #8

    Eva-Maria (Donnerstag, 13 Juli 2017 20:48)

    Danke für den Beitrag - gefällt :-)