Wirtschaft & Pädagogik

Häufig unterschätzt

Ein im Grunde mächtiges Ding!

Autoren: Manfred Hofferer & Team Bildungspartner Österreich, © BPÖ 2023

Wenn das Wörtchen „Pädagogik“ fällt, dann denken viele unweigerlich zuallererst an die Erziehung, die Schule, Bereiche der sozialen Arbeit und dabei nicht unbedingt das Allerbeste, dann vielleicht an Sport, Medien oder Kultur. Die wenigsten wissen bzw. sind sich bewusst, dass die Pädagogik - und die mit ihr verknüpften Kompetenzen - in der Arbeits- und Wirtschaftswelt zwar eine prominente, aber (immer noch) recht stille Rolle einnimmt. Dabei geht es nicht nur um den Bereich der betriebsinternen Aus-, Fort- und Weiterbildung, sondern ihre Wirkkraft reicht weit darüber hinaus.

 

Wer das verstehen möchte, muss erkennen, wissen und verstanden haben, dass es in der Pädagogik – unabhängig in welchem Bereich – zentral darum geht, zwischen Themen, Gegenständen, Inhalten oder auch z. B. Zielen und Menschen eine Verbindung herzustellen und über diese Verbindung zu vermitteln, und zwar in der Weise, dass die jeweiligen Gegenüber entsprechende Kenntnisse erlangen, etwas erlernen und in weiterer Folge verstehen und darauf aufbauend etwas bspw. in ihrem Vorgehen und Handeln verändern. Dabei ist es im Grunde egal, ob es um das Erlernen von Buchstaben geht oder in einem Team von der Führungskraft darüber informiert und dafür geworben wird, eine neue Kund: innen-Ansprachekultur zu implementieren, eine Entscheidung mitzutragen oder dem Element Leistung einen neuen Stellenwert zu geben.

 

Wer sich Zeit nimmt und einen genaueren Blick riskiert und sich damit beschäftigt, wird entdecken, dass die Pädagogik ein zentraler Bestandteil der Führungsaufgaben ist, dass sie insgesamt für die Personalentwicklung eine wichtige Rolle spielt, sie die Basis für interne und externe Kommunikation bildet, man sie ebenso im Bereich des Marketings und der Werbung wiederfindet und auch der Vertrieb und der Verkauf ohne sie schwierig wird. Dazu kommt alles, was mit Qualitätsmanagement verbunden ist, das immer auch pädagogisches Denken braucht und selbst im „Corporate Social Responsibility-Umfeld“ ein Fehlen von Pädagogik rasch Probleme bereitet und Schwierigkeiten macht. Schließlich ist selbst eine Besprechung oder ein Meeting – wenn gut gemacht – immer auch von pädagogischen Gedanken und Maßnahmen getragen und begleitet.

 

In all diesen (u.a.m.) Bereichen geht es um die (Aus-) Wahl und Behandlung von Themen, den Umgang mit der jeweiligen Adressatengruppe und deren Besonderheiten, die Zeit und das Spiel mit den Zielen, die Entwicklung von Vermittlungsstrukturen, die Aufbereitung von Konzepten, Ideen, Materialien und Unterlagen, genauso wie das Erzeugen von produktiven Zusammenarbeitsbedingungen und kooperativen Klimata, die Hilfe bei der Klärung bei Unklarheiten und Unsicherheiten, die Motivation, den Erhalt von Mandaten, wie auch die Moderation und das Handling von Spannungen und Konflikten, und schließlich die Sicherstellung, dass am Ende tatsächlich das bleibt und wirksam wird, was am Anfang gedacht war, das bleiben und wirksam sein soll.

 

Lange Rede, kurzer Sinn: In ganz vielen Bereichen der Wirtschaftswelten stecken, obwohl von vielen nicht wahrgenommen oder gesehen, pädagogisches Wissen und pädagogische Kompetenz. Fest steht: Wer darüber Bescheid weiß und damit in seinem bzw. ihrem beruflichen Kontext gut umgehen kann, hat mit Sicherheit die Nase vorn und insgesamt weniger Baustellen und Probleme. In diesem Sinne macht es richtig viel Sinn, sich laufend um den Erwerb, die Entwicklung, die Pflege und den Ausbau des Wissens rund um Pädagogik und entsprechende pädagogische Kompetenzen zu kümmern. Fazit: Pädagogik ist alles andere als bloß ein nettes Kinderspiel.

 

Wenn Interesse und Bedarf bestehen, bearbeiten wir dieses Thema gerne vertieft in unseren Ausbildungsangeboten. Reden wir darüber:


Ohren auf!