Theorie & Praxis

Theoriegeleitetes Handeln in der Pädagogik

Eine Schlüsselkomponente für effektives Lehren und Lernen

Autor: Manfred Hofferer 2023, © BPÖ

Theoriegeleitetes Handeln spielt in der Pädagogik immer schon eine entscheidende Rolle, da es die bewusste Anwendung theoretischen Wissens und von Forschungsergebnissen in der Praxis umfasst. Professionelle Pädagoginnen und Pädagogen sind dieser Methode verpflichtet, um ihre Praxis nachvollziehbar zu machen wie auch Entscheidungen und Interventionen zu begründen, ihre Praxis zu verbessern und das bestmögliche Bildungserlebnis für die Lernenden zu schaffen.

 

Was ist theoriegeleitetes Handeln?

Theoriegeleitetes Handeln basiert auf der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Es umfasst die Anwendung validierten theoretischen Wissens auf praktische Situationen wie auch die Reflexion über die Auswirkungen der Anwendungen. Erst mit dem theoriegeleiteten Handeln können Pädagoginnen und Pädagogen ihre Entscheidungen, ihr Vorgehen und ihre Handlungen in der Bildungspraxis begründen, rechtfertigen und in der Folge kontinuierlich verbessern.

 

Hinweis: Wenn von Theorien in der Pädagogik die Rede ist, dann ist damit gemeint, dass verschiedene Bereiche wie die Entwicklung, Lerntheorien, Sozialisation, Lehrmethoden oder Seminargestaltung und das Wissen dazu umfasst sind. Pädagoginnen und Pädagogen nutzen diese Theorien, um ihr Verständnis der Lehr-, Lern- und Entwicklungsprozesse ihrer Lernenden zu erweitern und fundierte Entscheidungen zu treffen.

 

Warum ist theoriegeleitetes Handeln in der Pädagogik wichtig? 5 wichtige Gründe:

 

Verbesserung der Lehrpraxis

Theoriegeleitetes Handeln ermöglicht es Pädagoginnen und Pädagogen, allgemein ihre Lehr- und Vermittlungspraxis kontinuierlich zu verbessern. Mit dem theoriegeleiteten Handeln können Entscheidungen über Ziele, didaktisches Vorgehen, Auswahl von Lehrmethoden, Materialien und Bewertungskriterien klarer begründet und auch für Außenstehende nachvollziehbar gemacht werden. Das hat - in Hinblick auf die Lernergebnisse - eine effektivere Gestaltung der Lehreinheiten zur Folge und ist für die Schaffung eines optimierten Lernumfelds für die Lernenden von entscheidender Bedeutung.

 

Individuelle Förderung

Theoriegeleitetes Handeln unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen in jedem Fall dabei, im Lehrprozess besser auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden eingehen zu können. Durch das verfügen können über Wissen zu verschiedenen Lerntheorien sowie Entwicklungs- und Vermittlungsmodellen (u.a.) sind Pädagoginnen und Pädagogen in der Lage, ihre Lehrangebote so zu gestalten, dass sie den verschiedenen Lernbiografien und den Lernstilen wie auch den Kompetenzen der Lernenden besser gerecht werden. Die Folge ist eine gezieltere und effektivere individuelle Förderung.

 

Evidenzbasierte Entscheidungsfindung

Theoriegeleitetes Handeln fördert in jedem Fall evidenzbasierte Entscheidungsfindung. Pädagoginnen und Pädagogen können auf valides Lehrwissen und Forschungsergebnisse sowie empirische Daten zurückgreifen (im Unterschied zu bloßem Meinen, Vermuten und Glauben), um ihre pädagogische Arbeit zu unterstützen. Das ermöglicht am Ende jedes Lehr- und Lernprozesses eine fundierte Reflexion und Bewertung der Wirksamkeit der genutzten pädagogischen Ansätze, der eigesetzten Methoden oder der Interventionen und trägt auf diese Weise zur Verbesserung der Bildungsergebnisse bei.

 

Anpassung an den Wandel

Die Bildungslandschaft unterliegt ständigem Wandel und steht vor immer neuen Herausforderungen. Theoriegeleitetes Handeln befähigt Pädagoginnen und Pädagogen, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Durch die laufende Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsergebnissen sowie Theorien und was damit alles verbunden ist, können sie ihre pädagogische Praxis kontinuierlich aktualisieren und an neue Anforderungen anpassen.

 

Professionalisierung des Berufsstandes

Theoriegeleitetes Handeln, wie auch der Austausch darüber, trägt insgesamt immer auch zur Professionalisierung des pädagogischen Berufsstandes bei. Erst indem Pädagoginnen und Pädagogen bewusst auf Ergebnisse aus Forschung und Theorie sowie validierte Modelle, Methoden, Techniken oder Verfahrensweisen zurückgreifen, werden sie zu reflektierten Praktikerinnen und Praktikern, die bewusst Entscheidungen treffen und begründen können, warum sie etwas tun oder nicht. Das verbessert nicht nur die eigene Lehrpraxis, sondern stärkt zudem das Vertrauen in die pädagogische Gemeinschaft, fördert den Austausch zwischen den Praktikerinnen und Praktikern und gleichzeitig die Weiterentwicklung des pädagogischen Wissens und Könnens.

 

Fazit

Theoriegeleitetes Handeln ist von entscheidender Bedeutung für alles, was mit Pädagogik zu tun hat, da es die professionelle Verknüpfung von Theorie und Praxis darstellt, um zu besseren Lernergebnissen zu kommen. Pädagoginnen und Pädagogen, die auf theoretisches Wissen zurückgreifen und ihre Praxis auf solide Theorien aufbauen, sind in der Lage evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen, können ihre Lehrpraxis mit Blick auf die Zielgruppe optimieren, individuellere Begleitung und Förderung anbieten, und sich gleichzeitig an die laufend wandelnden Anforderungen des Bildungsbereichs anpassen.

 

Durch theoriegeleitetes Handeln wird die Qualität der pädagogischen Praxis gesteigert und ein effektiveres Lehren und Lernen ermöglicht. Es ist daher unerlässlich, dass in den pädagogischen Bereichen tätige Fachkräfte kontinuierlich in die Weiterentwicklung ihrer theoretischen Kenntnisse investieren und diese in ihrer täglichen Arbeit übertragen und anwenden. 

 

Wenn Interesse besteht, unterstützen wir dich gerne in diesem Bereich mit unseren Bildungsangeboten. Reden wir darüber! Unserer Ausbildungen:


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