Es wird kalt!

Sollen wir oder nicht?!

Radfahren in der kalten Jahreszeit

Autor & Autorin: Manfred Hofferer, Yvonne Wendelin & Team, © BPÖ 2023

Die Tage werden kürzer und draußen wird es Tag für Tag merklich kühler. Das ist die Zeit, in der viele ihre Fahrräder winterfest machen und für das kommende Jahr einlagern. Wir nicht! Warum? Radfahren ist auch in der kälteren Jahreszeit gesund; bringt den Kreislauf in Schwung, hält fit, stärkt den Knochenaufbau, sorgt für gute Laune und kurbelt das Immunsystem an. Vom Trainingseffekt ganz abgesehen, ist es in jedem Fall eine besondere Erfahrung der Kälte zu trotzen und auch bei diesem Wetter immer neue Strecken zu entdecken.

 

Wenn ein paar Dinge beachtet werden, dann sind Ausfahrten auch an kühlen Tagen kein Problem oder Hindernis. Mit den nachfolgenden acht Tipps kommt ihr jedenfalls gut durch die kalte Jahreszeit!

  • Passende Kleidung: Allgemein gilt Funktionsunterwäsche und atmungsaktive Kleidung im Zwiebelprinzip. Zusätzlich geht es vor allem darum, die Stellen zu schützen, an denen man rasch friert: Kopf, Gesicht, Hände und Füße. Abhilfe schafft eine Fahrradmütze, die auch die Ohren bedeckt, ein Helmüberzug, ein Halstuch das auch als Mund-Nasenschutz genutzt werden kann sowie Handschuhe und Radüberschuhe damit die Füße nicht auskühlen und vor Nässe geschützt sind.

  • Kürzere Routen und langsameres fahren: Allgemein fällt es dem Organismus an kalten Tagen schwerer, die Temperatur des Körpers zu regulieren, und daher ist es ratsam mit der Aktivität ein bisschen zurückzuschalten. Bewegung in der Kälte verbraucht mehr Energie und daher ist angeraten, die Fahrstrecken zu verkürzen sowie die Fahrzeit durch langsames Fahren zu verlängern.

  • Aufwärmen: Der Körper benötigt in der kalten Jahreszeit eine Vorlaufzeit, bis er auf Temperatur kommt. Daher ist es wichtig sich vor Abfahrt zumindest 5 bis 7 Minuten aufzuwärmen: Arme-, Hand- und Fußgelenke Kreisen aktiviert die Bänder, Kniebeugen, Laufen am Stand und kurze Sprünge bringen die Beinmuskulatur wie auch den Kreislauf in Schwung.

  • Schutz der Haut und Lippen: Wer in der kalten Jahreszeit längere Ausfahren plant, sollte in jedem Fall die Gesichtshaut, da sie bei Kälte rasch austrocknet und rissig wird mit wasserarmen Cremes und die Lippen mit Lippenbalsam schützen. An sonnigen Tagen darf zudem nicht auf den UV-Schutz vergessen werden.

  • Atmung: Bei sportlicher Betätigung, atmet man häufiger durch den Mund. In der kühlen und kalten Jahreszeit ist jedoch das Einatmen durch die Nase sinnvoller, weil dadurch die Luft vorgewärmt wird, bevor sie in die Lunge kommt. Zudem unterstützt ein Tuch bzw. ein Schal vor Mund und Nase die Aufwärmung der Atemluft.

  • Trinken: Wenn die Temperaturen kühler werden, zeigen viele Menschen ein geringeres Durstgefühl. Jedoch braucht der Körper in der kühlen Jahreszeit genauso viel Flüssigkeit wie zu warmen Zeiten. Hier gilt die Faustregel: Nicht auf das Durstempfinden warten und pro Stunde einen halben bis einen Liter (bspw. warmen Tee) trinken.

  • Pausen: In der kühlen Jahreszeit sollten Fahrtunterbrechungen so kurz wie möglich gehalten werden, um zu vermeiden, dass der Körper auskühlt. Es ist hilfreich, während der Pause in Bewegung zu bleiben und vor der Weiterfahrt den Körper durch Aufwärmübungen für 3 bis 5 Minuten wieder auf Aktivitätstemperatur zu bringen.

  • Nach der Ausfahrt: Um Erkältungen vorzubeugen, sollte man sich in der kühlen Jahreszeit unmittelbar nach der Fahrt ins Warme und Trockene begeben. Idealerweise gönnt sich Frau, Mann oder Divers nach der Fahrt eine warme Dusche und zieht trockene Kleidung an. Sollten danach Körperstellen wie bspw. die Hände, Beine, Füße oder das Gesäß immer noch kalt sein, hilft man mit einer kleinen Massage nach.

Anschließen kann sich Frau, Mann, Divers oder die Gruppe bei einer Tasse Tee oder Kaffee gemütlich hinsetzen, sich entspannt zurücklehnen und den restlichen Tag oder Abend; womit auch immer, genießen. 

 

Hinweis: In jedem Fall ist vor der Ausfahrt zu prüfen, ob das Licht in Ordnung ist, die Reflektoren vorhanden sind, die Bremsen funktionieren und es hilft, wenn der Reifendruck bei kälteren Temperaturen ein wenig abgesenkt wird. Zudem darf bei der Streckenplanung nicht vergessen werden, dass sich die Akkuleistung bei Kälte verringert.

 

Wenn Interesse und Bedarf bestehen, bearbeiten wir dieses Thema gerne vertieft in unseren Ausbildungsangeboten. Reden wir darüber:


Ohren auf!